Auch hier in Pemutaran haben wir uns sofort mit Scootern ausgerüstet. So waren wir von der ersten Minute an mobil. Das löst natürlich auch mein Problem mit dem Knie. Denn längere Laufstrecken kann ich immer noch nicht bewältigen. Zum Glück hat Heiko so viel Freude am Rollerfahren, dass wir alles per Scooter und nicht zu Fuss bewältigen.
Am Sonntag waren wir in Singaraja, der Hauptstadt Balis zu Zeiten der holländischen Kolonisation. Vom holländischen baustil war nicht mehr viel zu sehen. Auch die Suche nach einem netten Cafe blieb erfolglos. Asiatische Städte sind einfach anders gebaut, als wir das von Europa gewohnt sind. Also kein Cafe in Singaraja.
Auf der Strecke zum Wasserfall in Gisgit ging mir Heiko verloren. Sei es wegen meiner waghalsigen Überholmanöver oder wegen Unklarheiten in der Absprache. So verbrachten wir den Rest des Tages einzeln, was auch manchmal ganz schön sein kann.
Am Stand einer Kaffee Plantage probierte ich den Kaffee und kam ins Gespräch mit dem Plantagen Besitzer. Die Wirtschaft läuft nicht gut, und von der neuen Regierung erwarte er sich nicht viel. Es kommen auch zu wenig Touristen ins Land. Er sieht die Zukunft eher düster.
Auch Joyo, der Besitzer von Nemos Tauchshop setzt wenig Hoffnung in die neue Regierung. Gerade weil der neue Präsident nicht der alten herrschaftsclique angehört, muss er für die Unterstützung seines Wahlkampfes durch einflussreiche Kräfte nach der Wahl bezahlen. Die Korruption werde eher noch zunehmen.
Es ist wieder mal interessant, einheimische Stimmen zu einem Ereignis zu hören,welches in der deutschen Presse durchgängig positiv bewertet wird.

Gestern machten wir uns mit unseren rollern auf den Weg nach Westen. Ziel war der Bali Barat Nationalpark. Leider stellte sich heraus, dass Besichtigungen und Tierbeobachtungen im Nationalpark nur ganz früh oder spät am Abend möglich sind. Wir waren mittendrin. Also entschlossen wir uns von Gilimanuk aus mit der Fähre nach Java über zu setzen.
Der Preis für die Überfahrt mit Roller beträgt 1,25 € und dauert etwa anderthalb Stunden. Nicht deshalb, weil die Strecke so lang ist, sondern weil es zu viele Fähren und zu wenig Anlegestellen gibt. Deshalb müssen die Schiffe fast eine Stunde vor der Anlegestelle kreisen, bis sie anlegen können.
Eine ziemliche Verschwendung von Energie, zumal die Fähren nur halb gefüllt sind. Ich vermute, dass die Schiffsbesitzer mit Connexions und Bestechung darum kämpfen, ihren Platz nicht aufgeben zu müssen, und eine staatliche Schlichtung nicht in Sicht ist.
Java ist anders als Bali. Die Bevölkerung ist muslimisch. Also sieht man auch nicht die Trachten, die in Bali das Erscheinungsbild der Menschen bestimmt. Alles ist weniger farbenfroh und spirituell, dafür, wie es uns schien, mehr dem westlichen Standard angeglichen. Sachliche Bedienung, die sich nicht dafür bedankt, dass sie bedienen darf.
Den letzten Abend haben wir dann wieder auf der Terrasse unseres uns inzwischen lieb gewordenen Resorts verbracht, bei angenehmen Temperaturen, einem Capucchino von Illi und der Dauerberieselung durch meditative Klänge. Heute geht's weiter nach Tejakula. Auf dem Weg ist eine Besichtigung stour eingeplant.