Aktuelles

Seit dem Juli 2012 befinde ich mich in der passiven Phase der Altersteilzeit, seit März 2015 in Rente - das heißt, ich muss nicht mehr arbeiten! Hurra!!
Seitdem reise ich viel, insbesondere nach Spanien und Südamerika, um dort die Sprache zu lernen. In der Türkei - auch zum Sprachelernen - war ich schon - und in China ohne die Sprache zu lernen. Vielleicht ergibt sich ja aus diesen Reisen etwas, welches mich ernsthafter beschäftigt.
Einen Blog zum Reisen gibt`s auch von mir - www.Dietmar2015.blogspot.de

Auch meine Theateraktivitäten haben sich ausgeweitet. Mit dem Atelier-Theater Riehen war ich mit "3 Männer im Schnee" und "My Fair Lady" schon auf Tournee, mit der Volkskunstbühne Rheinfelden hab ich zusammen mit Pia im Sommer 2015 "Das Feuerwerk" inszeniert, und ebenfalls mit Pia schon so einige Auftritte mit unseren poetisch-musikalischen Programmen hingelegt.

Zusammen mit Tina Zimm und Pia Durandi haben wir im Sommer 2015 ein Krimiprogramm "Der Falsche Lord" rausgebracht und im Frühjahr 2017 zweimal erfolgreich aufgeführt.

Im Herbst 2017 darf ich  noch mal "Die Abendstunde im Spätherbst" in Neuauflage spielen, ein zwei Personen Stück von Friedrich Dürrenmatt, bei dem ich auch Regie geführt habe.

Ach ja, und neuerdings mache ich Interviews für INFAS und Schulbegleitung für die Lebenshilfe Lörrach. Einen Film beim Filmpool für RTL im Rahmen der Verdachtsfälle hab ich im Oktober 2017 gedreht und über den Jahreswechsel 2017/18 fahren Pia und ich in die Antarktis.

Ihr seht, es gibt einiges zu tun ....

Schnäppchenjägers Glück

03. Juli 2013

Die Entscheidung war schnell getroffen: 4 Übernachtungen für 2 Personen mit Halbpension im 3 Sterne Wellness-Resort in Vorarlberg für 430€ - da musste ich doch einfach zuschlagen. Aber dann die bange Überlegung, welche Klitsche uns dort wohl erwartet.
Vorsichtshalber nahmen wir die Fahrräder mit, damit wir frische Luft außerhalb des vielleicht muffigen Anwesens atmen können.
Die Angst erwies sich als unbegründet: Wir sind in einem modernen Funktionsbau mit viel Beton und Glas gelandet, der gleichwohl für die passiv geniessenden Bedürfnisse des Gastes etwas übrig hat. Das Essen ist oberreichhaltig und fein. Wir konnten auf Familienzimmer upgraden, weil wir auf unserem Recht auf 2 Betten beharrten, und das Wetter war zudem noch in den ersten beiden Tagen vom Feinsten.
So konnte ich Pia auf die Pedale kriegen ohne größere Proteste, und da die Tour zum Illspitz schlau ausgesucht war - 29m Steigung auf 10km - reichte das Fahrradglück auch noch für eine zweite Tour im Walsertal. Da die große Überraschung: Mehr Probleme gabs bergab als bergauf. Bergauf kann man ja schieben. Dass man das auch bergab tun kann, wurde mir erst klar, als Pia ihren Edelrenner bergab an dieZügel nahm, um nicht zu schnell zu werden. Ein bisschen frustrierend für einen wie mich, der es bergab gern mal laufen lässt.
Heute ist relaxen angesagt. Mich plagt außer Kopf- und Zahnschmerzen auch noch eine Erkältung. Da hab ich keine Lust auf Anstrengung. Außerdem ist für den Nachmittag Regen angesagt. Und erstmals hat die Saunalandschaft heute wegen des schlechten Wetters geöffnet. Dann also nix wie rein in die Entspannung - ohne Fahrrad.

Reisen kann man auch ganz klein

18. April 2013

Jetzt bin ich seit fast 8 Wochen wieder in Deutschland. Spanisch ist ganz weit hinten und muss mühsam nach vorne gebracht werden, wenn ich am Dienstag den Spanisch-Kurs besuche. Ganz im Vordergrund stehen alle Aktivitäten, die mit dem Wohl und Wehe des Vereins zu tun haben. Buh, das hätte ich auch nie von mir gedacht, dass ich mal ein Vereinsheini werden würde.
Aber gereist bin ich trotzdem: Für drei tage ins Montafon, für drei Tage nach Dortmund zum Fussballspiel der Borussia gegen den SCF und für fünf Tage nach Belgien auf einer Gruppenreise mit 46 FSJlern und 23 Senioren. Die Mischung war klasse!!
Zwar bin ich auf müden Beinen dem Reiseleiter hinterher gehumpelt, aber die kurzen Gesprächssentenzen mit den Youngsters waren klasse, und auch bei den Oldies waren nette Menschen. Im Iduna Stadion hätte ich bei 80000 Besuchern auch Angst kriegen können, denn ich stand im Freiburger Fanblock. Aber da die Borussen den SC mit 5:1 verprügelt haben, gab es keinen Grund, die Freiburg Fans auch noch zu verhauen. Genauer gesagt war ich ja auch zwischen Freiburg und Dortmund hin und her gerissen. Mein Patenkind Nils plus Freund Bernd waren auch im Stadion - aber auf der Dortmunder Seite. Und ich bin hinterher noch mit Ihnen zum Aftermatch im Kreuzviertel rumgehangen.
Nun aber genug des Quatschens und noch ein paar Bilder.

Chile Ade

24. Februar 2013

Nun also der letzte Blogeintrag, bevor wir am Nachmittag mit Air France zurückfliegen. Alles kommt zum Ende, so auch dieser Blog. Den Sommer über bin ich in Lörrach, und da werde ich euch nicht mit unwichtigen Infos über mein häusliches Leben langweilen. Ich stell mir vor, dass ich diesen Blog weiterschreibe, wenn ich wieder zu einer längeren Reise aufbreche. Mir schwebt da so verschiedenes vor, ab August, wenn die Theatersaison vorbei ist.
Gestern hatten wir noch einen schönen Einkaufstag in Puerto Montt. Immer den Geheimtipps des Dumont Reiseführers folgend, trieben wir uns in den Marktgassen des Hafenviertels herum, und dort kam ich dann doch noch zu einem Pullover und Poncho. Pia erwarb noch ein paar Ohrringe und ein schwarzes Schaf, und wir hatten ein besonderes Esserlebnis in den Buden des Marktviertels. Pia ass eine Casuela, was einer hausgemachten Suppe entspricht, und ich ließ mich ersatzweise auf eine palida marisca ein, weil curanto nicht verfügbar war. Curanto - vom Reiseführer hochgerühmt - ist ein Spezialgericht von der Isla Chiloe, auf heißen Steinen während einer Nacht auf niederer Hitze durchgeköchelt. Stattdessen bot man mir palida marisca an, und ich sagte beim Preis von 4000 Pesos sofort zu, ohne mich nach der Konsistenz des Gerichts zu erkundigen. Was ein Fehler war - denn in der Suppenschale befand sich alles, was das Meer auskotzen kann: Fischinnereien, Muschelfleisch, Tangreste, Fischschleim .... Tapfer kämpfte ich mich durchs Experimentalgericht, ließ allerdings die Hälfte des völlig Undefinierbaren in der Schale zurück - was mir selten passiert.
Pia verfuhr in gewohnter Weise mit der Casuela: Das Siedfleisch packte sie ein und verfütterte es an einen Strassenhund, der sich gerne aus seinem Mittagsschlaf heraus holen liess.
Dann war wieder mal ein LAN Unheil passiert, als wir in Santiago ankamen: Pias Koffer war übel verbeult. Also wieder am Schalter anstehen, reklamieren und unbefriedigende Entschädigungsangebote annehmen. Das Hotel ist auch nicht ganz das, was man sich erhofft, wenn man im Fundador logiert. Also kein ganz grandioser Abschied von Chile, aber doch einer mit einer Wehmutsträne im Augenwinkel. Ich bin mir sicher: Ich komme wieder.

Vom Baumhaus an den See

21. Februar 2013

Meine Freude ist groß: Der Blog ist wieder da!
Gestern wollte ich bloggen, da war er verschwunden. Ich schlug mich mit der deprimierenden Befürchtung herum, dass ich nun wohl doch nicht den Pulitzerpreis für Blogs gewinnen kann, glaubte ich doch meine literarisch-politischen Ergüsse im Orkus des Internets verschollen. Doch nun ist er wieder da, und es ist alles gut.
Übrigens war der Tag ohne Blog gar nicht so schlecht, was wieder mal beweist, man kann auch ohne Internet glücklich sein. Aber nun zurück zur Reise.
Nach dem Luxus Aufenthalt im Baumhaus Nothofagus in Huilo Huilo sind wir nun wieder auf dem Boden des Backpacker Hostels gelandet. Ich übertreibe: Unser blaues Haus ist ein Hotel und kein Hostel, aber in seiner behäbigen Gemütlichkeit und Abgewohntheit ähnelt es letzterem doch sehr. Die Gäste allerdings sind oft schon reiferen Alters, telefonieren aber trotzdem beim Frühstück lautstark mit Skype nach Great Britain und lassen alle anderen Frühstücksgäste am Gespräch mit der Enkelin teilhaben.
Trotz durchwachsenen Wetters haben wir hier in Puerto Vargas herrliche Tage verbracht. Nach der Fahrt auf den Osorno am Dienstag hab ich gestern Pia sogar zum Paddeln auf dem Lago Llanquihue überreden können. Bei einigem Wind und Wellengang haben wir mächtig in die Paddel gelangt und lahme Tretboote abgehängt.
Außerdem haben wir hübsch gebummelt, geschoppt, und heute gehts über Puerto Montt nach Santiago. Die eigentliche Entdeckung der drei Tage waren die Abendessen im Ibis (2 x) und Olla. Der Congrio war dreimal so fantastisch, wie ihn Pablo Neruda in Versform beschrieben hat. Heute hoffen wir in Puerto Montt auf dem Fischmarkt St. Anselmo noch als Krönung Curango zu essen, einen auf heißem Stein erhitzten Fischeintopf, und dann zum Abschluss in Santiago noch mal richtig peruanische Küche, und dann .... Wen wunderts, dass ich alles wieder zugenommen habe, was ich während der Lernphase abgespeckt hatte.

Baumhaus

17. Februar 2013

Jetzt sind wir also auf den Bäumen gelandet. Vielleicht meint ihr, wir hätten dort Zuflucht gesucht, weil es so viel geregnet hat? Hätte schon sein können, ist aber nicht so. Alles schön der Reihe nach.
Unser Landhausbesitzer Andreas hatte uns schon gestern gewarnt: Unsere nächste Unterkunft, die nature reserve huilo huilo sei so ähnlich wie disneyland: alles künstlich, alles show, nichts echtes!
Auch wenn ein wenig Konkurrenz die Einschätzung von Andreas mitbeeinflusst haben mag, so hat er im großen und ganzen sicher recht. Aber kann disneyland nicht auch schön sein?
Wir hatten ein Zimmer im Hotel Montana Magica reserviert mit Zwei Betten. Und das war unser Glück. Denn sie hatten kein zimmer mehr im montana magica mit zwei betten. Und so wurden wir upgegradet auf das hotel baobab, welches wie ein baumhaus gebaut ist und luxus vom feinsten bietet. Rund um einen lebenden baum schraubt sich das Gebäude ganz aus holz hinauf bis zur dachterrasse. Die 55 suiten sind durch einen ansteigenden rundgang oder einen glaslift erreichbar. Von unserem großen zimmer aus haben wir einen herrlichen blick auf die umgebende waldlandschaft. Wieder eine unterkunft, in der man sich am liebsten gar nicht herausbewegen möchte. Leider spielte das wetter nicht mit, so dass wir auf den eigens in den wald geschlagenen holzstegen längere spaziergänge zum wasserfall, zum tiergehege und zum museum unternehmen mussten, bis wir uns endlich um 17 Uhr in den hoteleigenen Spabereich begeben konnten, um den Annehmlichkeiten des hotellebens endlich nachzugeben.
Es war ein herrlicher Tag! Auch wenn alles künstlich war, war es doch schön. Und morgen geht es weiter nach puerto varas. Das wetter wird wieder besser.

Von der Wüste in dei Taufe

16. Februar 2013

Als unser Flugzeug in Temuco landete, war der Himmel nur bedeckt. Mittlerweile haben sich die Schleusen geöffnet, und es gießt ohne Unterlass. “Seit 10 Tagen gehe das schon so“, teilte uns Andreas, unser freundlicher Gastwirt vom Landhaus Sebastian mit. Und es sei völlig ungewöhnlich.
Für uns ist es nicht ungewöhnlich, wir kennen das aus Deutschland. Aber hier in Chile?
Fast bin ich mir sicher, dass wir heute auf mittlere Katastrophenlagen treffen werden - bei all dem Wasser. Heute nacht hat es immer gegossen, wenn ich wach war. Gestern gab es noch Schauer und zwischendurch Sprühregen oder gar Regenstillstand. Jetzt gießt es ohne Unterbrechung. Nach dem Frühstück fahren wir nach Huile Huile. Meine Favoritenstrecke ( Piste) hab ich schon gecancelt - unbefahrbar. Mal sehen, was die anderen Straßen so machen.
Gestern waren wir im Regen bei den Ojos de Caburgua und in einem Mapuche Kultur- und Kommunikationszentrum in Cahaguahue - oder so ähnlich. Die haben hier ganz komische Ortsnamen, ähnlich wie in Neuseeland. Die Mapuche gelten als verschlossen. Deshalb ist so ein Kommunikationszentrum eine gute Sache. Da kann der chilenische Besucher mal mit Ihnen ins Gespräch kommen. Der Besucher aus Alemania natürlich nicht. Dazu reichen meine Sprachkenntnisse dann doch nicht aus.
Immerhin reichten sie, um am kulinarischen Angebot des Zentrums teilzunehmen. Es gab Apfelwein und leckere Teigtaschen. Das alles zum Spottpreis! Da lachte das Herz des Schnäppchenjägers und er biss kräftig zu. Ist ja schließlich auch eine Art der Kontaktaufnahme - oder!
In Santiago hatten sie mir erklärt, wie man einen Mapuche erkennen kann. Sie sprechen nicht, und wenn man sie anspricht, schlagen sie die Augen nieder. Seit 15 Jahren ist das nicht mehr so. Seit 15 Jahren wird der Kampf der Mapuche um ihre Landrechte immer härter geführt. Ihre Forderung mündet in die Loslösung von Chile und die Gründung eines eigenen Staates. Wegen dieses Kampfes hat die chilenische Zentralregierung eigens ein “Terroristengesetz“ geschaffen, welches nach einhelliger Meinung ein Anti-Mapuche Gesetz ist. Wenn ihr mehr über die Mapuche wissen wollt, geht auf den blog von Pia: www.piadurandi.blogspot.de
Nun aber zurück zum Wetter. Bei Nieselregen besichtigten wir gestern die Ojos de Carabua, hübsche Wasserfälle mit vielen kleinen Zuflüssen und einer Blauen Lagune, die nur deshalb immer noch blau aussieht, weil Schwimmen verboten ist. Zweimal überquerten wir in halsbrecherischer Weise solche Flüsschen auf Steinen oder Ästen, und es existieren nur deshalb keine Fotos von diesen Heldentaten, weil ich Pia bei der Überquerung die Hand reichen musste.
Mittlerweile hat Pia mir gezeigt, wie ich Fotos auf den Blog laden kann. Vielleicht überrasch ich euch bald mal mit einem Bildchen.

WWWüste

15. Februar 2013

Um beim letzten anzufangen: Mit der Wüste der nicht vorhandenen Internetzugangsmöglichkeiten. Wir waren jetzt vier tage in san pedro de atacama abgeschnitten vom internet. Und zwar nicht, weil es dort keine Zugangsmöglichkeiten gibt, - das dorf ist übersät mit wifi - sondern weil zu heftige Regenfälle das netz lahmgelegt hatten. Jetzt im landhaus sebastian im lake district heißt es, das netz sei überlastet und deshalb keine verbindung möglich.
Wie dem auch sei, wir haben vier herrliche tage in der wüste hinter uns und sind nun bei regen und ohne koffer in der chilenischen schweiz angekommen. Die heißt deswegen so, weil die berge weiß, die seen blau und die wälder grün sind. Absolut idyllische gegend, deshalb vom tourismus überlaufen. Wir mussten uns durch kilometerlange staus in pucon zu unserem landhaus quälen, welches abgelegen im grünen liegt. Ich sagte es schon: ohne koffer, die wurden in der nacht von LAN Airways nachgeliefert. Pia hatte sich in meinem ersatz t-shirt zur nacht bequemt iund konnte nun das hemd wechseln, ich konnte mir die Zähne putzen- welche wohltat, die auch nötig war.
Heute wollen wir ein bisschen wandern, - wenn uns die urgemütliche atmosphäre des landhauses sebastian bei regen nicht dazu verführt, den ganzen tag im haus zu verbringen und am blog zu schreiben.
Ich würd euch gern ein paar bilder von der wüste zeigen, bin aber leider immer noch zu blöd dazu. Deswegen in kurzen dürren worten: wir waren hoch (4300m), weit (lago miscanti) und tief (2xthermal baden und einmal salzsee mit 40% salzgehalt). Das salzbaden war noch noch beeindruckender als am toten meer. Man konnte einfach nicht untertauchen!
So ein sonnenuntergang im valle de la luna ist auch ein besonderes erlebnis- nicht nur wegen der tollen farben, sondern auch, weil man den anblick mit tausenden anderen teilt, die sich im gänsemarsch in langen schlangen um 19.40 uhr auf den weg zum dünenaussichtspunkt machen, den sie pünklich um 20.00uhr erreichen.
Zu dem zeitpunkt waren wir schon wieder auf dem rückweg - bei den letzten strahlen der abendsonne und nicht im dunkeln.
Nun aber schluss mit dem blog - ich will zum frühstück!

Wüste und Weiter

14. Februar 2013

4 Tage San Pedro de Atacama liegen hinter uns. Das Auto ist total verdreckt, Pia ist höhenfest, die Wüste unglaublich schön und das Valle de la Luna bei Sonnenuntergang überlaufen. Das in aller Kürze, weil unser wifi Zugang gleich wieder ausschaltet.

Auf dem Weg nach San Pedro

10. Februar 2013

Drei Tage Iquique liegen hinter uns. Ein schönes Hotel, gutes Essen, Relaxen am Pool. Aber auch eine abenteuerliche Hafenrundfahrt, ein Besuch im Shoppingparadies ZOFRI und viel Gelegenheit zur Seelöwenbeobachtung. Am Ende hat Pia im ZOFRI dann doch noch was gekauft. Aber nur, weil es so billig war.
Den Fisch gestern abend hat sie dagegen nicht runtergekriegt. Die Reinette war ihr einfach zu mächtig. Ich hab meinen Fisch vollständig aufgegessen, die Gefahr eines Überessens heldenmutig an die Seite schiebend. Aber dann hab ich mich nicht mehr getraut, Pias Fischreste wegzuputzen. Sie hätte mich womöglich für gierig gehalten.
So fuhren wir denn in die Altstadt auf der Suche nach hungrigen Katzen, denen wir die säuberlich eingepackten Fischreste anbieten wollten. Ein Versuch mit Strassenhunden schlug fehl: Hunde essen keinen Fisch!
Das war schon ein köstlicher Anblick, wie Pia mit den Fischresten durch die dunklen Gassen strich, dabei Locklaute ausstoßend, während ich im 4wd auf sie wartete.
Heute gehts in die Atacama. Angeblich ist die Zufahrtsstrasse wegen der heftigen Regenfälle gesperrt. Außerdem gehts bei den Ausflügen wieder auf 4000 m. Na, schaun mer mal!

Eine Seefahrt, die ist lustig...

09. Februar 2013

Heute haben wir Iquique besichtigt, Wirklich eine tolle Stadt am Meer. Ein breiter Strandboulevard, Sandstrände und eine lockere Stimmung in der Stadt.
Iquique hatte seine Blütezeit von 1860 bis 1920. Damals wussten die Salpeter Barone nicht wohin mit ihrem Geld und investierten es in der Stadt, in der das weiße Gold in alle Welt zur Herstellung von Schießpulver verschickt wurde. So entstanden Herrschaftshäuser und ein Theater, welches heute noch von der vergangenen Pracht kündet. Wir besichtigten es und wurden von einem überaus freundlichen Museumswärter herumgeführt, der Pia auf einem Original Steinway spielen ließ,als er hörte, dass sie Klavierlehrerin ist.
Seit dem Aus des Salpeterbooms lebt die Stadt vom profanen Handwerk der Fischverarbeitung und - in zunehmenden Maße - vom Tourismus. Iquique ist der bedeutendste Fischereihafen Chiles, was bei einer Küstenlänge von 4000 km einiges bedeutet. 95 % des Fangs werden zu Fischmehl verarbeitet und nur 5 % kommen auf den Tisch. Von diesen 5 % übrigens ernähren wir uns köstlich.
“Wenn schon Hafen, dann auch eine Rundfahrt“, so dachten wir uns und nahmen Platz als Passagiere zehn und elf einer Barkassenrundfahrt. Erstes Ziel eine Boje in einiger Entfernung von der Küste, auf der sich ein Seelöwenjunges tummelte. An dieser Stelle war vor 125 Jahren das chilenische Kriegsschiff “Esmeralda“ gesunken, die schwerste Niederlage in einem insgesamt erfolgreichen Krieg Chiles gegen die Nachbarn Peru und Bolivien. Immerhin gehört der rohstoffreiche Norden von Arica bis Antofagasta seit diesem Krieg zu Chile und sorgt für mehr als 50% der Staatseinnahmen.
Unser Boot kurvte gekonnt um die Boje, damit wir den jungen,aber etwas kamerascheuen Seelöwen ausgiebig fotografieren konnten. Plötzlich drosselte der Kapitän den Motor. Der Steuermann lief mit Werkzeug zum Heck und stieg hinab in die Tiefe des Motorraums. Ölbeschmiert kam er nach einiger Zeit wieder heraus, und diesmal kletterte der Käptn selber hinunter. Währenddessen trieb das Schiff steuerlos im offenen Meer. Die Dünung bzw. Der Seegang im Pazifik ist nicht ohne und so kam es, - und das ist kein Seemannsgarn - dass sich einmal das Schiff so extrem aufschaukelte, dass es beinah gekentert wäre. Alle hatten einen ziemlichen Schreck gekriegt, eine Frau hatte Angst und schien seekrank zu sein, ein Kind weinte.
Endlich kam Hilfe herbei. Wir wurden auf ein anderes, größeres Schiff umgeladen, und setzten die Reise mit diesem fort. Das Boot und der Käptn blieben hinter uns zurück. Dann sahen wir noch eine Seelöwenkolonie und Pelikane auf kleinen Felsen lagern und kehrten zufrieden und glücklich anden Anlegesteg zurück. Die Seelöwen waren mittlerweile ebenfalls dort eingetroffen.
Eine ganze Seelöwenherde, so 20 bis 30 Tiere lagerten direkt an unserem Anlegeplatz. Jede Menge Nahfotos der Extraklasse. Da hätten wir uns natürlich die Rundfahrt sparen können. Aber dann hätten wir natürlich auch kein Seeabenteuer mit Beinaheuntergang erlebt.