Aktuelles

Seit dem Juli 2012 befinde ich mich in der passiven Phase der Altersteilzeit, seit März 2015 in Rente - das heißt, ich muss nicht mehr arbeiten! Hurra!!
Seitdem reise ich viel, insbesondere nach Spanien und Südamerika, um dort die Sprache zu lernen. In der Türkei - auch zum Sprachelernen - war ich schon - und in China ohne die Sprache zu lernen. Vielleicht ergibt sich ja aus diesen Reisen etwas, welches mich ernsthafter beschäftigt.
Einen Blog zum Reisen gibt`s auch von mir - www.Dietmar2015.blogspot.de

Auch meine Theateraktivitäten haben sich ausgeweitet. Mit dem Atelier-Theater Riehen war ich mit "3 Männer im Schnee" und "My Fair Lady" schon auf Tournee, mit der Volkskunstbühne Rheinfelden hab ich zusammen mit Pia im Sommer 2015 "Das Feuerwerk" inszeniert, und ebenfalls mit Pia schon so einige Auftritte mit unseren poetisch-musikalischen Programmen hingelegt.

Zusammen mit Tina Zimm und Pia Durandi haben wir im Sommer 2015 ein Krimiprogramm "Der Falsche Lord" rausgebracht und im Frühjahr 2017 zweimal erfolgreich aufgeführt.

Im Herbst 2017 darf ich  noch mal "Die Abendstunde im Spätherbst" in Neuauflage spielen, ein zwei Personen Stück von Friedrich Dürrenmatt, bei dem ich auch Regie geführt habe.

Ach ja, und neuerdings mache ich Interviews für INFAS und Schulbegleitung für die Lebenshilfe Lörrach. Einen Film beim Filmpool für RTL im Rahmen der Verdachtsfälle hab ich im Oktober 2017 gedreht und über den Jahreswechsel 2017/18 fahren Pia und ich in die Antarktis.

Ihr seht, es gibt einiges zu tun ....

Es geht voran

17. Oktober 2013

Jetzt bin ich fünf Tage in Valencia, und es wird Zeit für den Fortsetzungsbericht. Noch ein bisschen zum valenbisi. Natürlich sind die Räder kein reines fahrvergnügen, dazu sind sie viel zu schwer. Aber ich kann mich jeden Tag über den praktischen Nutzen begeistern, den diese Räder haben. Valencia hat quasi einen Teil des Nahverkehrs auf die valenbisi verlagert. Ich hab mir sagen lassen, dass das Jahresabo fürs valenbisi nur 24€ kostet. Das ist doch einfach unschlagbar! Für 2€ im Monat hat jeder Bürger ein Verkehrsmittel für die Großstadt. Und das ohne lästige parkplatzsuche, mögliche Probleme mit Diebstahl und anderen Widrigkeiten. Da kommt keine Metro mit und auch nicht der autobus.
Beide gibt's hier reichlich, sie fahren oft und sind billig. Trotzdem ist das valenbisi die bessere Alternative. Einzige Bediugung: Die Dinger müssen funktionieren. Und das tun sie zu meiner Freude auch. Natürlich hab ich auch schon mal eine besonders lahme Ente erwischt, bei der das schutzblech klappert, oder die gangschaltung hakt. Einmal fehlte ein gummigriff am lenker. Aber im allgemeinen sind die Dinger in Ordnung, so dass ich mich mittlerweile schon fest darauf verlasse, mein valenbisi am Stellplatz vorzufinden. Einmal stand keins da. Da hab ich aber dumm aus der Wäscne geguckt. Bin dann einfach einen Kaffee trinken gegangen, und plötzlich stand wieder ein valenbisi da.
Wichtigste Voraussetzung, dass das ganze funktioniert: Die Räder müssen unkaputtbar sein. Und das sind sie auch. Ich hab noch nie so stabile Fahrräder gesehen. Da kommt kein Holland- oder Chinesenrad gegen an.
Das valenbisi sieht eigentlich auch nicht aus wie ein Fahrrad, eher wie ein kleiner Panzer. Klar, dass ich spass hab beim fahren.
Die Idee müsste man doch nach Mitteleuropa exportieren können. Nur bräuchten die Stellplätze bei uns ein Dach gegen den Regen.
Nun mal was anderes: Mit der Schule bin ich wirklich sehr zufrieden. Es macht wirklich einen Unterschied, ob die Lehrer hochsprache sprechen, oder in ihrem Dialekt rumnuscheln wie in Santiago und andernorts geschehen. Wenn hier ein Lehrer mal zu schnell spricht, und also von mir nicht verstanden wird, redet er anschließend langsamer und deutlicher, und er versucht nicht, dies als mein Problem zu deuten, das ich lösen muss.
Nach einem tollen Tag am Dienstag haben meine sprechfähigkeiten wieder deutlich nachgelassen. Ich erklär mir das damit, dass ich mich immer noch so sehr über die eigenen Fehler ärgere, dass dies meine gesamte Energie aufbraucht.
Das Wetter war übrigens die ganze Zeit so toll, dass ich es jedem nur empfehlen kann, im Oktober nach Valencia zu fahren. Gestern waren es abends um 19 Uhr noch 31Grad. Ich war mittlerweile schon zweimal am Strand. Der ist hier aus feinem weißen Sand, flach und kilometerlang. Da verteilt sich die Menge. Ich hab mich gewundert, wie viele Leute noch in's Wasser gehen. Das kennt man doch sonst vom südeuropäer nicht. Der geht doch nur im Juli/August Baden.
Hab aber festgestellt, dass bei den badegästen ganz viel Deutsche sind. Die gehen ja immer ins Meer, um sich abzuhärten. Und das machen die Spanier nun nach. Kein Wunder bei der Wirtschaftslage.
Mein Hochhaus, in das ich so begeistert eingezogen bin, zeigt nun auch seine Tücken. Zweimal schon ging der Fahrstuhl nicht und ich musste 14 Stockwerke abwärts laufen. Meine Knie waren begeistert.
Heute morgen kam kein Wasser aus dem Hahn. Dusche fiel aus, und ich kam dank valenbisi doch noch pünktlich zur Schule, obwohl ich verschlafen hatte. Das Frühstück hab ich auch ausfallen lassen. Das hab ich dann mit einem opulenten mittagsmenü wettgemacht. Danach hab ich mir mit vollem bauch das Museum Almudin angeschaut, zusammen mit Yoris, einem Mitschüler unter der Führung von meinem lieblingslehrer raffa. Der hat die exkursion mit uns durchgeführt. Und es war Spitze. Das Almudin zeigt Baureste aus römischer Zeit. So ein tolles archäologisches Museum hab ich noch nie gesehen. Die historischen Reste waren zum Greifen nah. Das ganze ist durch metallische Plattformen und überschreitbare Glasflächen gut zugänglich gemacht. Und die Erklärungen waren Spitze. Das Museum kostet nur 2€ Eintritt. Wie lange kann sich dies das hochverschuldete Valencia noch leisten? Wahrscheinlich so lange, bis die europäische Spartroika ein Machtwort spricht.
Valencia ist ein wahres Schmuckkästchen. Wunderschöne Gebäude, Strassen und Plätze, bestens gepflegt und umsorgt. Nur das arabische Bad des Admirals ist nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Dienststelle wurde geschlossen. Aber das nur so nebenbei.
Am Nachmittag demonstrierten einige fünfzig Gewerkschafter für bessere Ausbildungsbedingungen. Ganz verständlich ist's mir nicht, weil doch wegen der hohen jugendarbeitslosikeit nahezu 100% der jungen Leute ihre Zeit an der Uni verbringen, dort gewissermassen zwischengelagert sind. Nun ja, man kann sich natürlich schon vorstellen, dass unter dem Andrang der Studenten die Lehre leidet.
Gestern war ich beim Intercambio in der London Bar. Mehrere Hochschulabsolventen wollten dort ihre Chancen aufbessern, ins lehrfach übernommen zu werden. Das wird man nämlich nur, wenn man neben dem eigenen Unterrichtsfach auch noch einen B 2 Abschluss in Englisch nachweisen kann. Ist jetzt verbindlich für alle vorgeschrieben. Alle erzählten, dass sie in der Zwischenzeit bis zur ersten Arbeitsstelle zuhause bei den Eltern wohnen. Es sei gar nicht ungewöhnlich, dass junge Männer und Frauen bis zum Alter von 40 Jahren oder mehr ihren Eltern auf der Tasche liegen.
Ganz anders geht es da doch den jungen Chinesen und Chinesinnen, welche die Sprachschule bevölkern. Die machen durch die Bank einen cleveren Eindruck auf mich, und ich denke, die werden ihren Weg gehen. Zur Zeit ist auch eine Gruppe von 46 Italienern an der Schule. Aber das ist eine andere Geschichte. Die sind nämlich als Schule angereist, haben ein umfangreiches Programm und fallen vor allem dadurch auf, dass sie viel Lärm machen. Na ja, Italiener ....
Nachdem ich jetzt meine gesamten Ethnovorurteile noch untergebracht habe, will ich endlich aufhören, damit ihr, genau wie ich, auch schlafen könnt. Apropos Schlafen: Das tu ich nicht mehr so gut wie am Anfang. Der Lärm in der Wohnung ist doch ganz beträchtlich. Die Senora sitzt bis spät in die Nacht hinein vor dem dröhnenden Fernseher und im Nebenzimmer sind drei (!) 16jährige Norwegerinnen eingezogen, die meist erst spät in der Nacht nach Hause kommen und dabei so laut sind, dass meine Papierwände wackeln.
Demnächst mehr von diesem Theater ....

Barcelona gone and Valencia coming

13. Oktober 2013

Schöne Tage hatten wir in Barcelona. Es ist schon was anderes, ob man zu zweit oder allein unterwegs ist. Nun also wieder allein nach Valencia zum 4-wöchigen Sprachkurs.
Ein Regentag in Barcelona in der FeWo, das kann auch ganz schön sein. Zumal wir einen lichten Moment am Nachmittag dazu nutzten, den Park güell zu besuchen. Davor galt es, einen Parkplatz zu finden, und das ist in Barcelona kein geringes Problem. Am Abend lotste mich pia dann endlich in ein lokal nach ihrem Geschmack: Nicht ganz so bodenständig wie meine bevorzugten essorte. Alles etwas feiner, schicker, dafür auch teurer aber mit Stil. Alles war glutenfrei und ökologisch korrekt. Hat aber auch wirklich gut geschmeckt. Und spass hatten wir auch. Falls es jemanden interessiert: Das Restaurant heißt GUT und liegt inGracia.
Dann am Samstag mit dem Bus nach Valencia. Busreisen ist toll in Spanien. Man hat einen reservierten Platz, der ist bequem, es gibt WiFi und auf dem Screen läuft ein guter Film. Man muss nur den Busbahnhof finden. In Valencia fand ihn der Taxifahrer jedenfalls nicht, der mich eigentlich von der Schule aus abholen sollte. So musste ich den Weg zur senora selber finden. Ging auch. Die 70-jährige Dame wohnt im 16. Stockwerk. Da gibt's wenigstens keine Mücken und die Aussicht ist auch gut.
Die senora ist sehr würdig und freundlich. Nur dass sie nachts das WiFi ausstellt wegen der schlechten vibrations passt mir nicht. Ich hab gut geschlafen - vielleicht deswegen.

Wirklich gute Tipps

10. Oktober 2013

So, nun wird es also doch noch passieren: Ihr kriegt Ratschläge von mir! In der Psychologie hab ich gelernt, Ratschläge sind auch Schläge! Haltet euch also die Ohren fest, jetzt gibt's Schläge.
Wenn ihr interessante Gebäude kennenlernen wollt, macht keine klassische Besichtigungstour sondern nutzt sie in ihrem speziellen Verwendungszweck. Ein Theater sollte man nicht besichtigen, sondern eine Aufführung besuchen. Das gleiche gilt für Konzerthaus und Oper. Hier in Barcelona haben wir auf diese Weise das Liceu und das Palau de la musica catalunya kennengelernt. Heute abend waren wir in einem Klassekonzert des Pianisten Jorge navas und des cellisten oscar alabau im gran Saal des palau. Gestern haben wir uns Verdi im liceu zu gemüte geführt. Auch die Kirche Santa Maria de Pi haben wir durch ein Gitarrenkonzert kennengelernt. Unvergessen bleibt mir ein Besuch im 60igsten Stockwerk des ehemaligen WTC in NY, um dort den Diebstahl meines Koffers zu melden. Die Aussicht war großartig.
Die meisten Kathedralen kann man am Sonntag bei der Messe besuchen und tut dabei gleich auch noch etwas für's geistige Wohlergehen.
So machen wir uns Barcelona zu eigen, ohne uns nur auf den ausgetrampelten Tourismus Pfaden zu bewegen. Das glaubten wir wenigstens bis im palau de musica mehr als die Hälfte der Zuschauer mit ihren Digital Kameras Bilder vom Saal machten. Da wurde uns klar, dass mein schlauer abseits Gedanke uns nur auf's Neue in den Main Stream eingegliedert hatte.
Das Konzert war trotzdem schön. Und wir saßen in der zweiten Reihe. Jorge Nava ließ sich im Pianospiel nicht stören, obwohl Pia ihm fast die Hände abgestarrt hat. Und jetzt sitzen wir wieder zuhause und schreiben blog. Auch so kann man eine Stadt erkunden. Ob man dabei endlich als einzigartiges Individuum groß rauskommt, bleibt dahingestellt.

Leben und Essen in Barcelona

10. Oktober 2013

Blog, du hast mich wieder!
Das setzt einen ganz schön unter Druck, wenn die Partnerin jeden Tag herumbloggt, und den Text auch noch so schön bebildert. Bei mir klappt das mit den Bildern nicht, weil sich die alle auf der Kamera befinden, und diese keinen Internetzugang hat. Na egal, dann also Text .....
Gestern Abend sind wir tief ins Bürgerleben von Barcelona abgetaucht. Wir waren zusammen mit 2000 anderen Besuchern bei einer Verdi-Gala im Liceu und konnten die besondere Atmosphäre diesen Musentempels geniessen. (Das würde ich jetzt gern bebildern)
Das Konzert war ganz klassisch. Eine Arie folgte der anderen und zwischendurch gab's mal ein Duett zu hören. Immerhin, Orchester, Chor und Sänger waren ausgezeichnet, und der Cava in der Pause im Spiegelsaal war auch nicht so teuer. Pia hatte sich extra für's Konzert noch am Nachmittag beim Zara mit nem kleinen Schwarzen aufgerüstet und ich sah mit dem neurasierten Kahlkopf auch nicht schlecht aus.
Zusammen brach der schöne Schein, als sich vor dem Liceu zwei japanische Konzertbesucher erboten, uns mit Pias iPhone abzulichten. Wir waren nämlich nicht in der Lage, ihnen zu erklären, wie man die Videofunktion ausschaltet. So existieren jetzt ein paar entzückende Kurzvideos über ein hilfloses Opernpaar, welche uns noch heute beim Frühstück amüsiert haben.
Im casa battlo waren wir auch. Ich hab mich so über den dämlichen audioguide erregt, dass ich sonst fast nichts mitbekam. Und hinterher bei Regen waren wir im corte ingles, neunter Stock, um die Aussicht zu geniessen. Am frühen Abend gab's dann wieder die bekannten Spaghetti mit alio und olio. Das erklärt auch, warum sich unsere Opernnachbarn nur den ersten Teil des Programms angeschaut haben.
Nun sind's noch 2 Tage in Barcelona, und dann geht's in den Süden nach Valencia.

Barcelona zum Zweiten

08. Oktober 2013

Nun will ich euch erzählen, was wir in Barcelona seit Sonntag erlebt haben. Unsere FeWo ist schön. Sie gefällt sogar Pia, die es sonst nicht so mit FeWos hat, weil sie fürchtet, dort kochen zu müssen. Heute (Dienstag) hat sie Spaghetti Alio y Olio gekocht, und wir haben zum krönenden Abschluss noch “Mensch ärgere dich nicht“ in der FeWo gespielt. Es ist so gemütlich wie zuhause, und das will einiges heißen in der “ciudad, que nunca duerme“.
Die FeWo bietet uns zwei Schlafräume, wodurch sich das Schnarchproblem entspannt hat. (Ich verrate jetzt nicht, wer das Problem hat, und wer das Schnarchen.)
Wir haben eine Küche und ein Wohnzimmer, WiFi und einen hübschen Balkon zu einem lauschigen Innenhof. Übrigens, ohne WiFi, also Internet können wir gar nicht mehr. Kommt uns komisch vor, wenn die virtuelle Umgebung nicht bei uns ist.
Natürlich ist auch Barcelona bei uns. Wir wohnen an der Grenze von Eixample und Gracia, was eine Spitzenwohnlage ist. In Eixample finden sich all die modernistischen Prachtbauten, in Gracia mögen wir die Athmosphäre des ehemaligen Arbeiterviertels, welches sich jetzt im Umbruch zum Inquartier befindet.
Gestern abend waren wir auf den Rambles und bei einem Gitarrenkonzert in der Kathedrale Santa Maria del Pi im Barrio Gotic.Höchst lustvoll auch das anschließende Spazieren in den engen Gassen mit den vielen kreativen Boutiquen. Heute ging's nach einem Frühstück bei unseren Gasteltern John und Kiku zur Sagrada Familia. Auf einen Tipp der beiden hatten wir die Tickets im Automaten der Caixa ATM ausgedruckt, was uns viel Wartezeit ersparte.
Im Strom der Touristenmenge, die die Sagrada Familia besuchte, fühlten wir uns nur deshalb nicht unwohl, weil die Kathedrale mittlerweile diesen Namen zu Recht trägt. Sie bietet dem Besucher eine einzigartige Athmosphäre von geistiger und religiöser Inspiration, so dass die Zuschauermengen demgegenüber unwichtig werden.
Ich weiß jetzt, warum der Tourist des Touristen ärgster Feind ist. Hier begegnet er sich selbst als einem, der in immer gleichen Formen das Fremde sucht, ohne sich entkommen zu können.
So, jetzt bin ich schon wieder bei den großen Worten. Bleiben wir bei den kleinen Dingen: Beim “Mensch ärgere dich“ hab ich gewonnen und musste mich also nicht ärgern. Morgen abend gehen wir ins Liceu, das zweitgrößte Opernhaus Europas, um dort ein Verdi-Gedächtniskonzert zu hören. Barcelona ist wirklich eine großartige Stadt.

Schöne große Stadt - Barcelona für Tourists

08. Oktober 2013

Die Zeit des idyllischen Wein- und Cavatrinkens ist vorbei: Wir sind aus der Gourmet Region Penedes im hippen Barcelona gelandet. Dazwischen lagen noch 2 Tage Beachlife in Sitges.
In Sitges waren wir in einem super durch gestylten hotel untergebracht, in dem sich vorwiegend homosexuelle Gäste wohlfühlten. Apropos Gleichgeschlechtlichkeit: Dafür ist Sitges berühmt. Wir fanden das ganz spannend. Gleich am ersten Abend zog eine Lesbendemo vorbei.
Ansonsten haben wir wieder gut und teuer gegessen, sind aber auch bei hohem Wellengang ins Meer gestiegen, um Kalorien abzubauen. Tagsüber sind wir mit dem Hotelfahrrad durchs Städtchen geradelt. Sehr empfehlenswert, da das Vergnügen für die Gäste sich mit der Werbung fürs Hotel paart.
Jetzt also Barcelona. Wir haben eine ganz hübsche FeWo in Gracia gemietet, wo wir den Modernisme Häusern in Eixample nah sind. Leider kostet alles viel Geld, womit Pia wieder mal recht hat. Sie hat nämlich behauptet, dass ich auf meinem Blog immer über's Geld schreibe.
Es gibt so viel zu sehen, dass man richtig in Stress kommen kann. Zum Glück gibt's auch den Blog, der uns dann immer wieder mal zur Pause verhilft. Man merke: Auch Blog schreiben braucht seine Zeit. Und damit hör ich auf für heute. Es ist schließlich schon nach Mitternacht.

Etrain und a Pie

04. Oktober 2013

Beim Weingut Miguel Torres war die Fahrt mit der elektrischen Besucher-Eisenbahn der Höhepunkt der Tour gewesen. Welch Freude als uns auch am nächsten Tag bei der Freixenet Besichtigungstour ein etrain erwartete. Diesmal allerdings ohne Kopfhörer, weniger perfekt, fast ein wenig hausbacken.
Wieder war die Präsentation erstklassig: Erst ein Film, dann ausführliche Erklärungen unserer deutschsprachigen Führerin Christina beim Gang durch den alten Keller, schließlich der etrain und zum Ausklang ein Cava Reserva. Erlebnis Besichtigung: Viel besser kann man das nicht organisieren!
Diese Wein- und Cavaproduzenten geben viel Geld aus für eine erstklassige Präsentation. Ist das überhaupt das Wichtigste? Welchen Ruf erwirbt sich die Marke? Ist die Qualität des Produkts zweitrangig hinter dem Ruf, den sich die Marke erworben hat?
Am nächsten Tag fuhren wir nach Montserrat. Auch dort präsentiert sich eine Klostergemeinschaft ca. 2 Millionen Besuchern jährlich. Auch dort war die Präsentation professionell. Immerhin, die 70 Mönche, die dort noch leben, bekamen wir nicht zu Gesicht. Welch Glück für den klösterlichen Geist, der auch nicht jede Verformung überleben würde, die ihm die Neuzeit zumutet.
Nun aber Schluß mit dem kulturkritischen Gequatsche: Alles war schön, wir haben wunderbar gegessen und noch mehr getrunken. Einzig der nächtliche Erholungsschlaf fällt uns mit den überfüllten Bäuchen schwer.

Barcelona und Umgebung

01. Oktober 2013

Jetzt bin ich schon wieder unterwegs. Schon wieder, weil es inzwischen die 12. Reise ist in diesem Jahr. Ich hab mal nachgerechnet: Ich war seit Anfang des Jahres schon drei Monate unterwegs. Und jetzt noch mal sechs Wochen in Spanien. Zuerst 2 Wochen mit Pia in Barcelona und Umgebung, dann 4 Wochen Sprachkurs in Valencia.
Die Reise hat gut angefangen. Der Flieger ging pünktlich, und das Gepäck ist auch gut angekommen. Das Mietauto ist klein, aber es war umso leichter, sich dran zu gewöhnen. Gestern Abend sind wir bei Dunkelheit vom Flughafen nach Vilafranca de Penedes gefahren. Das war schon ein bisschen kitzlig. Komisch, in der Fremde ist's nachts noch etwas dunkler als zuhause. Meine Liebste hat hervorragend navigiert, das muss jetzt einfach mal gesagt werden, weil sie sich in dieser Hinsicht sonst nicht mit Ruhm bekleckert.
Unser Hotel ist nett, zentral gelegen und sehr günstig, was vor allem den Sparfuchs in mir freut. Wenn nur das Parkplatzproblem nicht wäre. Aber auch da ist Entspannung angesagt. Zwar müssen wir ein bisschen laufen, dafür sparen wir uns 40€ für die Tiefgarage.
Nach einem delikaten Frühstück in einer Pasticceria und einem kleinen Altstadt Bummel besuchten wir die bodegas Miguel Torres. Ein wirklich beeindruckendes Weingut mit internationalem Renommee.Der Bedeutung angemessen fand die Besichtigungstour im Zug statt. So rauschten wir mit etrain durch's Weingut, und liessen auch die Keller nicht aus. Ein bisschen war's wie in der Geisterbahn, als wir mit dem Zügle ins totale Kellerdunkel rauschten. An den Wänden informierten uns Lightshows über die Geschichte der Familie Torres. Ein Promiwinzer nach dem anderen. König Juan Carlos gratulierte den Herren zum Erfolg. Denn einmal schon war ein Torreswein zum besten der Welt gekürt worden. Auch die Damen waren gendermäßig ausreichend in der Familiendynastie vertreten, und international ist die Familie auch, denn zwei Ableger befinden sich in Chile und Kalifornien.
Mächtig beeindruckt gradeten wir unser Ticket auf, und kamen so in den Genuss von 5 Spitzenweinen. Das ließ uns dann den Nachmittag den Rausch ausschlafend im Hotel verbringen.
Nun geht's am Abend noch fein Essen ins Cal Ton, das beste Lokal im Ort - falls der Geldbeutel das mitmacht. Schaun mer mal

Reisen, Reisen, Reisen

16. September 2013

Seit dem letzten Blogeintrag reiste ich nach Lugano, in die Dolomiten, an den Gardasee und nach Ungarn. Zwar immer nur kurz, aber Kofferpacken muss man trotzdem!
Von der letzten Reise nach Ungarn will ich euch erzählen. Ich fuhr mit dem Zug nach Wien, von dort aus mit dem Fahrrad nach Budapest und dann mit dem Zug wieder zurück. Und weil das Zugfahren so schön ist, und das Wetter so schlecht war, fuhren wir mit dem Zug von Györ nach Esztergom. Dadurch sparten wir uns 100km vom Donauradweg, auf dem man in Ungarn gehörig durchgerumpelt wird wegen der vielen Schlaglöcher und Bodenwellen.
Wir, das war eine Gruppe von vier alten Haudegen, - Senioren nennt man das heute -, die immer noch gerne, - allerdings langsam - fahrradfahren. Zwischendurch und natürlich nach erreichtem Ziel wurden die verbrauchten Kalorien schnell durch Bier und fettes Essen ersetzt. Die flotten Sprüche gingen uns auch nicht aus. So kann man von einer gelungenen Reise sprechen.
Sehr günstig waren die Unterkünfte und das Essen. Die Menschen waren anfangs in Österreich und der Slowakei freundlich. Später in Ungarn wurden die Gesichter immer ernster. Kein Wunder, befindet sich Ungarn doch mitten in einer Wirtschaftskrise. Selbstständigen Unternehmern macht die Regierung das Leben schwer. Es gibt viel Armut. Als wir abends von einer Sauftour zurückkamen, durchwühlte jemand die Mülltonnen vor dem Haus auf der Suche nach brauchbaren Lebensmitteln.
Ein Restaurantbesitzer und die Betreiberin eines Antiquitätenladens schütteten mir ihr Herz aus: Die Geschäfte laufen so schlecht, dass sie wohl demnächst zumachen müssen. Ungarns Regierungschef Ministerpräsident Viktor Orbán führt sich auf wie ein Diktator und die Menschen glauben nicht mehr an die Demokratie.Fahrradwege sind immer noch rar und die Strassen oft sechsspurig.
Budapest ist nur im luxuriösen Zentrum schön. Da wetteifern die Baudenkmäler des Habsburgereiches um die Touristen, die sich immer gern an vergangener Größe erbauen. In den Aussenstadtteilen überwiegt die Tristesse, besonders, wenn es regnet.
Doch nun genug der Klage: Die Rückfahrt mit dem Zug führte mich in 25 Stunden im Liegewagen über Prag und Dresden wieder zurück nach Basel in unsere Dreiländeridylle. Im Zug lernte ich einen Abenteurer aus Luzern kennen (Ist das nicht ein Widerspruch?), mit dem ich mich den ganzen Abend spannend unterhalten konnte.
Nun bin ich wieder 14 Tage zuhause. Dann gehts ab nach Spanien, wo ich mich wieder dem Sprachenlernen widmen will. Man soll halt nie aufgeben!!
Am Freitag noch eine Mountaintour in Luzern, und vielleicht helf ich dem Klaus auch noch beim Mäuerchen bauen.
Also bis demnächst mal wieder - Dietmar

Mailand und Mücken

17. Juli 2013

Es ist ja schon abenteuerlich mit drei shopping versessenen weibsbidern nach mailand zu fahren. Wenn diese dann noch von mücken gestochen werden, ist das urlaubsglück vollkommen. Doch der reihe nach.
Mailand ist eine reiche stadt, auch reich an vierteln, in denen unterschiedliche formen des südländischen nachtlebens auffindbar sind. Wir entschiedenuns für das naviglo, ein buntes viertel rund um die alten kanäle, die einstmals mailand zur 13. Hafenstadt italiens machten. Heute werden sie nicht mehr zum transport des dommarmors genutz, nutzen lediglich als kulisse für das vergnügungsviertel naviglio. Und außerdem als brutstätte für die milliarden mücken, die bei einbruch der dunkelheit ahnungslose touristen wie uns überfallen, die im freien sitzend ihrem angriff hilflos ausgeliefert sind.
Da hilft dann auch kein mückenspray mehr, welches vom restaurant eigentümer vorsorglich den gästen zur verfügung gestellt wird. Für die mücken muss es eine wahre schlemmernacht gewesen sein mit frischem blut aus dem norden. Für uns war es der auftakt für einen mailand aufenthalt, über den ich noch mehr berichten werde, wenn der akku wieder aufgeladen ist.....