Aktuelles

Seit dem Juli 2012 befinde ich mich in der passiven Phase der Altersteilzeit, seit März 2015 in Rente - das heißt, ich muss nicht mehr arbeiten! Hurra!!
Seitdem reise ich viel, insbesondere nach Spanien und Südamerika, um dort die Sprache zu lernen. In der Türkei - auch zum Sprachelernen - war ich schon - und in China ohne die Sprache zu lernen. Vielleicht ergibt sich ja aus diesen Reisen etwas, welches mich ernsthafter beschäftigt.
Einen Blog zum Reisen gibt`s auch von mir - www.Dietmar2015.blogspot.de

Auch meine Theateraktivitäten haben sich ausgeweitet. Mit dem Atelier-Theater Riehen war ich mit "3 Männer im Schnee" und "My Fair Lady" schon auf Tournee, mit der Volkskunstbühne Rheinfelden hab ich zusammen mit Pia im Sommer 2015 "Das Feuerwerk" inszeniert, und ebenfalls mit Pia schon so einige Auftritte mit unseren poetisch-musikalischen Programmen hingelegt.

Zusammen mit Tina Zimm und Pia Durandi haben wir im Sommer 2015 ein Krimiprogramm "Der Falsche Lord" rausgebracht und im Frühjahr 2017 zweimal erfolgreich aufgeführt.

Im Herbst 2017 darf ich  noch mal "Die Abendstunde im Spätherbst" in Neuauflage spielen, ein zwei Personen Stück von Friedrich Dürrenmatt, bei dem ich auch Regie geführt habe.

Ach ja, und neuerdings mache ich Interviews für INFAS und Schulbegleitung für die Lebenshilfe Lörrach. Einen Film beim Filmpool für RTL im Rahmen der Verdachtsfälle hab ich im Oktober 2017 gedreht und über den Jahreswechsel 2017/18 fahren Pia und ich in die Antarktis.

Ihr seht, es gibt einiges zu tun ....

Von Marokko bis Ankara

21. Mai 2014

..... es war natürlich nicht so, dass ich seit Anfang April nichts unternommen hätte. Vier Tage waren wir mit dem Töff im Tessin, drei Tage mit dem Fahrrad in Lutter, einem kleinen Örtchen nah der Grenze im Schweizer Jura. Zwei Unternehmungen in der Männergemeinschaft, jede auf ihre Weise schön.
Jetzt bin ich wieder in my own in der weiten fremden Welt unterwegs. Ich hatte diesmal richtig Bammel, bevor ich am Sonntag mit Turkish Airlines in den Osten nach Ankara aufgebrochen bin. Was will ich überhaupt im Türkischen?
Das fragte mich heute Ali Hasay, mein türkischer Gastgeber, sagen wir Gastbruder, als wir beim Frühstück saßen. Ja, weiß ich es denn?
Es fing mit einer verrückten Idee an. Nachdem ich mich zur VHS- Gruppenreise in die Nordtürkei angemeldet hatte, kam mir der Zeitraum von zehn Tagen für so ein großes Land wie die Türkei zu kurz vor. Ich rief also das türkische Reisebüro in Ludwigsburg an, und sprach mit dem sehr netten türkischen Mitarbeiter Musan über mein Problem. Schnell machte er den Vorschlag, ich könne doch bei seinem Freund Ali Hasay wohnen, wenn ich in Ankara die türkische Kultur kennenlernen möchte. Der spricht ausgezeichnet deutsch und könne mir auch Sprachunterricht erteilen. Und auf dieses Abenteuer hab ich mich eingelassen.
Mit der Sprachschule TAD hatte ich ebenfalls kontaktet, aber das konkretisierte sich zunächst mal nicht. So begab ich mich ganz in die Obhut meiner Gastfamilie. Und das war schon ein kleines Abenteuer.
Welch wunderbare Überraschung, als mich am Flughafen ein gutgelaunter, freundlicher Mann zusammen mit Freundin Elif in Empfang nahm und alle nötigen Schritte unternahm, um mich zusammen mit meinem Riesen Fahrrad Paket nach Mamak in unsere Wohnung zu transportieren.
Gülhan, die Mutter von Ali Hasay erwies sich als reizende ältere Dame, die nicht nur gerne kocht, sondern auch noch deutsch versteht und in Brocken auch spricht, die meine türkischen Sprachkenntnisse übertreffen. So ist für die familiäre Verständigung gesorgt, und ich fühle mich in der Familie erstmals nicht nur als paying guest sondern wahrlich als Freund. Ali Hasay erteilt mir Sprachunterricht. Natürlich möchte ich einen Freund nicht enttäuschen, deshalb muss ich mich richtig anstrengen.
Heute nehme ich - erstmal probehalber - an einem Sprachkurstermin in der TAD Teil. Ich bin schon ganz gespannt, denn ich springe mitten in einen laufenden Kurs hinein, und es kann sein, dass ich gnadenlos untergehe mit meinen türkischen Bruchstücken.

Unterwegs in Marokko

08. April 2014

Seit drei Tagen bin ich wieder auf Tour: mit Aldi auf Rundreise durch Marokko. Und ich muss sagen, das Schnäppchen fühlt sich gut an. Es fing öde an, aber jetzt macht's Spaß.
Eigentlich hatte ich gar keine Lust, wegzufahren. Unsere Terrasse war gerade fertig geworden und musste noch eingerichtet werden. Am Flughafen in Frankfurt stand ich dann in einer endlosen Schlange an den Schaltern von Royal Maroc Airlines zusammen mit verschleierten dicken Frauen und deren Männern, die neben unzähligen Gepäckstücken auch noch Plastiktüten aufs Gepäckband legten. Manche der älteren Herren wurden mit Rollstühlen transportiert oder kamen sonstwie invalide daher. Es ging also alles sehr langsam. Im Flugzeug war mein Sitzplatz besetzt und die darauf thronende Dame erklärte mir, sie müsse am Gang sitzen wegen ihrer desolaten Knie. Das war die gleiche Begründung, mit der ich am Check-in Schalter um einen Gangplatz gebeten hatte. Die Dame machte keine Anstalten zu weichen. Schließlich fand sich ein jüngerer Herr, der seinen Gangplatz für sie räumte und neben mir Platz nahm.
Mit ihm kam ich während des Fluges ins Gespräch. Das sind ja oft die interessantesten Reiseerfahrungen, wenn man mit Einheimischen ins Gespräch kommt. Er erzählte mir, er fahre in Familienangelegenheiten zurück. Auch auf dem Rückflug saß ich neben einer jungen Deutschen mit marokkanischen Wurzeln, die ihren Vater in Marokko besucht hatte. Sie war Scheidungskind einer deutschen Mutter und eines marokkanischen Vaters, der mittlerweile wieder ein Autogeschäft in Marokko betreibt. Unterhalt erhält sie nur gelegentlich in form spezieller Zuwendungen (Führerschein, Auto, Handy)vom Vater. Von der Mutter erhält sie nichts, obwohl sie nach dem Schulabschluss noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat.
Der Flughafen in Nador entpuppte sich als winziges Betriebsgebäude. Unser Flugzeug war das einzige weit und breit. So machte ich mir Hoffnungen auf eine schnelle Abfertigung. Doch weit gefehlt. Die Anzahl von Stempeln, die der Schalterbeamte in unsere Pässe versenkte, habe ich nicht gezählt. Aber er brauchte für jeden Passagier geschätzte 2 Minuten. Das kann dann schon mal etwas dauern, wenn man in der Schlange der 50igste ist .... Dafür konnte ich das Gepäck schnell einsammeln und begab mich munter auf die Suche nach meinem Eurotours Ansprechpartner. Es gab beim Ausgang nur ein marokkanisches Reiseunternehmen, von Eurotours oder Aldi nichts zu sehen. Ich suchte auf dem Parkplatz, ich sprach verschiedene Personen auf Spanisch, Englisch und Deutsch an. Niemand konnte mir Auskunft geben. Eine Telefonnummer für den Notfall hatte ich auch nicht. Schließlich wand ich mich an den marokkanischen Veranstalter und siehe da, der verschlafene Typ mit dem seltsamen Schildchen war mein Reiseleiter Raschid. Auf die Idee, den mir bekannten Namen Eurotours auf sein Schildchen zu schreiben, war er nicht gekommen.
Ähnlich verschlafen sollte er sich uns auch während der kommenden Woche präsentieren. Zwar brabbelte er während der Busfahrten ununterbrochen über irgendwelches Zeug, welches niemand von uns im Bus aufgrund seiner schlechten Aussprache verstehen konnte, aber über wichtige Umstände (wo sind die nächsten Toiletten? Wie lange bleiben wir hier?) ließ er uns regelmäßig im Unklaren. Bis wir ihn direkt danach fragten. Dann kamen meist lange, wieder unverständliche Antworten, von ständigem Kopfnicken begleitet, bis irgendwann klar wurde, dass es keine Toiletten gab, und dass wir während der folgenden 20 Minuten die Möglichkeit hätten, uns ins Freie zu entleeren. Er nannte das "Sahara-Toilette". Für uns Männer mochte das noch angehen, für die drei Frauen muss es eine Tortur gewesen sein.
Unsere Reisegruppe bestand aus drei Paaren und zwei allein reisenden Herren, also acht Personen. Wir wurden im Kleinbus von Jussef kutschiert. Er brachte uns von Nador nach Oujda, Erfoud, Rissani, Fes und zurück. Wir fuhren lange Strecken, waren zwei Tage lang fast ganztags im Bus unterwegs. Einmal durch Halbwüste, Steppe und Sahara, ein andermal durchs Atlasgebirge. Lange fuhren wir durch die Ziz-Schlucht mit 70000 Dattelpalmen, eine der größten Oasen in der kargen Berg- und Steppenlandschaft.
Wir besuchten die Medinas von Oujda, Rissani, Fez und Taza. Immer ein bisschen anders, aber immer sehr lebendig. Man bekommt den Eindruck: Marokko ist ein Land der Händler. In der Medina von Fes wohnen 300000 Menschen, die Großteils vom Handel leben. Von was leben die anderen?
Klar, Landwirtschaft gibt es auch, Handwerk ebenso, aber kaum Industrie - außer Tourismus. Der dürfte dem Land einen Großteil seiner Deviseneinnahmen bescheren. Die Menschen wollen im allgemeinen nicht fotografiert werden. Einmal wollte einer nicht, dass ich seinen Esel fotografiere. Kann man es auch verbieten, ein Haus zu fotografieren? Wo fängt die Freiheit des einen an und hört die Freiheit des anderen auf?
Ich halte diesen Widerwillen gegen das Fotografieren (falls man nicht dafür bezahlt) für eine Art von Fremdenfeindlichkeit. Natürlich gab es auch viele nette Begegnungen mit Marokkanern, aber meine Negativ-Erfahrungen in arabischen Ländern häufen sich jetzt so, dass ich mir erneutes bereisen genau überlege.
Unsere Reisegruppe war sehr nett. Ein älteres Paar aus Darmstadt sprach nicht viel, war dafür einfühlsam und freundlich in wichtigen Momenten. Einem älteren Paar aus den neuen Bundesländern war die Reiselust immer noch anzumerken, obwohl mittlerweile 25 Jahre seit dem Mauerfall vergangen sind. Ein jüngeres Paar aus dem Lipperland war immer für einen Spaß zu haben, und unser aus Wien stammender Reisegefährte war meist die Quelle unseres Spaßes. Er hatte alles zur Sicherheit doppelt und dreifach mitgenommen, drei Taschenlampen, zwei Mützen und extra Unterhosen fürs Handgepäck. Seine markante Erscheinung wurde durch den größten Koffer ergänzt, den er meist als letzter aus dem Hotel in den Bus schleppte. Viel Zeit verbrachte er damit, sich in den diversen Läden über seine marokkanische SIM-Karte zu beschweren, obwohl vieles darauf hindeutete, dass er selbst die Quelle seines Missgeschicks war. Als er in einem landestypischen Lokal ein Käseomelette bestellte und man ihm drei Spiegeleier mit zwei Käseecken "La vache que rie" hinstellte, war seine Empörung groß.
Schön war, dass sich in unserer Gruppe schnell ein Gemeinschaftsgefühl einstellte, welches das Zusammensein harmonisch begleitete. Da machte es auch nicht so viel aus, dass unser Reiseleiter nur wenig zu unserer Reisefreude beitrug.
Grad schaffte ich es noch, in Erfoud und Fes ohne Tischplatte oder Vogeltränke heimzukehren. Die gibt es nämlich dort aus Marmor mit Fossilieneinschlüssen oder mit eingelegten Mosaiksteinen. Wird alles vor die Haustür geliefert und hätte sich auf unserer Terrasse sicherlich gut ausgemacht. Stattdessen hatte Pia in der Zwischenzeit selbige mit Stühlen vom Interior sehr kostengünstig verschönert. Und jetzt bin ich wieder daheim, habe meine Durchfallerkrankung in Marokko gelassen, und träume bereits von der nächsten Reis. Nächste Woche geht´s zum Saisonabschluss noch mal Skifahren, dann am ersten Mai für vier Tage ins Tessin, eine Woche später für drei Tage mit dem Fahrrad ins Jura und ab 18. Mai zum Türkisch-Sprachkurs nach Ankara. Also, bis demnächst mal wieder....

Und sowas nennt sich Wellness

05. März 2014

Nun sind wir schon drei Tage im Landhaus in Lossburg, und das Wellness beginnt seine Wirkung auf mich zu entfalten. Und so sieht ein Tagesablauf aus: Morgens um halb acht aufstehen und ab ins Schwimmbad. Das ist zwar klein, aber wenig besucht am Morgen, und wenn dann nur zwei Schwimmer ihre kurzen Bahnen schwimmen, dann ist es richtig schön. Die länge schätz ich mal auf 12-15 m, aber der Blick aus dem Schwimmbad über die weite Hochfläche ist phantastisch.
Ich hab mir wegen der Knie angewöhnt, nur Rücken oder Kraul zu schwimmen, und das tu ich in aller Gemütsruhe, wie es sich für einen Rentner gehört. Wenn ich dann wieder aufs Zimmer komm, ist Pia schon wach und belagert das Bad - was mich aber gar nicht stört, weil ich mich schon aufs Frühstück freuen darf. Bis halbzehn gibt es das hervorragende Müsli, mit dem meine Gesundheitskur fortgesetzt wird, und das ich in großen Mengen vertilge. Nur in Ausnahmefällen schieb ich mir anschließend noch zwei rötchen mit Marmelade in den Rachen, weil´s doch so gut schmeckt.
Dann geht's auf in die Tageserholung. Gestern haben wir das Kloster Wittichen besucht, danach der Aquademie des Duschherstellers Hans Grohe in Schiltach einen Besuch abgestattet. Dann gings durch die malerische Altstadt von Schiltach mit vielen Fachwerkhäusern, nicht ohne im Cafe Bachbeck eine Schwarzwälder Kirschtorte zu explorieren (übrigens mit ausgezeichnetem Ergebnis), und dann nach Alpirsbach in die Klosterkellerei zur Führung ins Biermuseum. Wie nicht anders zu erwarten, mussten wir am Ende der Führung auch noch zwei Glas Bier probieren.
Da kam uns der hauseigene Wellnessbereich um 17 Uhr entgegen, in den nun auch Pia gerne eintaucht, nachdem sie die anfängliche Scheu vor dem "Nackigsein" überwunden hat. um 19 Uhr war dann Hexenverbrennung auf dem Marktplatz in Lossburg angesagt, bevor wir uns um kurz vor acht dem hiesigen Abendessen zuwandten. ein ausgefüllter Wellnesstag!!
Und heute ist ein Mittagstermin bei Harald Wohlfahrt in der Traube in Tonbach angesagt, am Nachmittag dann Museumsbesuch, Massage, Sauna und Abendessen. Und morgen geht's nach Hause!
Ich muss noch ein bisschen was sagen zu den Kochkünsten unseres Hauses. Wir vermuten, dass der Besitzer selbst der Koch ist, der höchst ungewöhnliche Speisen serviert. in der Pilzsuppe sind auch Möhren und Rosenkohl beigemischt, das Ratatouille kommt nicht ohne einen Rand aus Schokoladensauce aus und das Himbeermousse wird mit Pfirsichen aus der Dose angereichert. Man hat den Eindruck, der Koch nimmt einfach von dem, was ihm zufällig über den Weg läuft. Ein kulinarischer Analphabet sozusagen, der seine schrägen Fantasien in der Speisekammer verwirklicht.
Nun ja, es schmeckt gar nicht so schlecht, wenn man nicht allzu kritisch ist. Es ist jedenfalls immer sehr viel quantitativ und immer schön bunt. Heute Mittag in der Traube werden wir uns darüber hinwegtrösten.

Reisen bis zum März

03. März 2014

4. März 2014
Wenn einer glaubt, ich hätte nach der Kreuzfahrt endgültig die Nase voll gehabt vom Reisen, dann liegt der falsch. immerhin heißt der blog "unterwegs", und diesem Motto wollte ich treu bleiben. Ich bin also vom 8.-15. Februar mit dem Schwarzwaldverein ins Zillertal zum Skifahren gereist und vom 18. bis 25. Februar mit Martin und Rolf nach Mallorca zum Radfahren.
Beide Urlaube dauerten nur eine Woche, und im Unterschied zur Kreuzfahrt war ich in Gemeinschaft unterwegs. Diese Frage, solo oder mit anderen, beschäftigt mich schon ziemlich. Dabei glaube ich zu wissen, dass das Gefühl des Alleinseins mehr einen inneren Zustand widerspiegelt als eine äußere Gegebenheit.
Sei´s drum. Beide Reisen verliefen harmonisch. Die Schwarzwaldvereinsgruppe war klein und kommunikativ. Auch wenn ich häufiger in den Schnee fiel, als mir lieb war, scheine ich mein Kopfsturz-Trauma vom Dezember verarbeitet zu haben. Das Wetter war eher durchwachsen, dafür das Hotel mit Wellnessabteilung ausgezeichnet. Insgesamt zufrieden kehrte ich nach Lörrach zurück, nur um dort gleich wieder den Koffer für Mallorca zu packen.
Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter und auch mit unserer Dreiergemeinschaft. Rolf und Martin kannten sich nicht und sollten nun eine Woche miteinander unter relativ beengten Bedingungen verbringen. Kompliment an beide!!
Obwohl total unterschiedliche Typen und mit ganz verschiedenen Interessenslagen ( der eine wollte viel, der andere gar nicht Fahrradfahren) fanden sie sich in unserer Dreiergemeinschaft zum erfolgreichen Team zusammen. Martin und ich wechselten uns beim Kochen ab, und Rolf erledigte die Schnibbel- und Aufräumarbeiten. Fahrradfahren musste der arme Martin manchmal allein, und manchmal bildeten wir ein Duo, während Rolf mit seiner Kamera die einsamen Strände von Paguera und Port Andratx unsicher machte.
Das wichtigste war: Wir konnten zusammen lachen! Über uns und manchmal auch über andere.

Seit Sonntag, den 2. März, bin ich nun mit Pia im Wellnessurlaub im Nordschwarzwald. Natürlich handelt es sich um ein ALDI Schnäppchen, ein dreieinhalb Sterne Hotel in Lossburg bei Freudenstadt. Auf den Nordschwarzwald kam ich deshalb, weil er nahe liegt und ich ihn nicht so gut kenne, aber doch wieder so gut, um ihn Pia zeigen zu können.
Auf dem Hinweg fuhren wir über den Feldberg, der einzige Ort weit und breit, auf dem noch Schnee zu finden ist. Und das hatten sich eine Menge Leute gedacht, denn der Trubel war gigantisch. So viel Leute habe ich auf dem Feldberg noch nie gesehen. Auch unsere LL-Loipe zum Notschrei war von Wanderern und Schneeschuhläufern bevölkert, dass an Ruhe nicht zu denken war. Immerhin, wir schafften es zur Todtnauer Hütte, wo eine Super Schwarzwälder Kirschtorte auf mich wartete, und zurück. Von da aus fuhren wir über die Schwarzwaldhochstrasse gen Norden und besichtigten unterwegs die Überbleibsel der Fasnet in den verschiedenen Gemeinden.
Unser Hotel ist gar nicht so schlecht, aber der große Wurf ist es auch nicht. Alles ist biedere Mittelklasse und somit gar nicht dem Geschmack meiner Liebsten entsprechend, die es gern etwas stilvoller gehabt hätte. Heute haben wir eine Stadtführung in Freudenstadt mitgemacht und anschließend nach einer kleinen Wanderung das Hotel Langenwaldsee erreicht, um dort einen weiteren Kuchen zu essen. Schwarwälder Kirschtorte gabs auch um Cafe "Pause", und ich habe mir fest vorgenommen, diese Kuchenart weiter zu explorieren. Pia sieht`s mit Skepsis. Immerhin kann ich überflüssige Kalorien im hiesigen Schwimmbad abarbeiten. war schon ganz fleißig heute. Ich berichte weiter ....

Zweiter Teil: Teneriffa, Madeira, Malaga, Rom

31. Januar 2014

24. Januar Freitag in Santa Cruz de Teneriffe
Es war ein angenehmer Tag, wobei ich eindeutig zuviel gelaufen bin, ca. 12 km. Aber alles der Reihe nach.
Am Morgen erwischte ich nicht den Shuttle Bus sondern machte mich per pedes auf den Weg. Schien ja auch gar nicht sehr weit zu sein, waren aber doch 1,5km die Mole entlang bis zum Plaza Espana. Immerhin ich fand die Post und ein kleines Cafe mit WiFi, in dem ich meinen vorbereiteten Text auf den Blog laden konnte. Soweit alles ganz gut!
Dann entschied ich mich, wieder zum Schiff zurückzukehren und das schwere Notebook abzuliefern. Wieder fand ich nicht den Shuttle Bus, gin also zu Fuß und damit waren es schon mal 3km plus Wegstrecke. Beim zweiten mal immerhin fand ich den Shuttle und merkte mir auch den Abfahrtsort für die Rückfahrt. Dort herrschte dann aber so ein Gedränge, dass ich mich doch für ein Taxi entschied.
Vorher war ich die ganze schöne Strandpromenade entlang marschiert, hatte mit meiner Liebsten telefoniert, war durch leine Gässchen gestromert und hatte einen schönen Tag verbracht. Höhepunkt war am Ende der Besuch des Auditorio von Calatrava, ein Baumeister, dessen Handschrift wirklich unverkennbar ist. Ich stell mal noch ein Bild ins Album Kreuzfahrt.
Beeindruckend fand ich auch die ganz neuerbaute Bibliothek von Santa Cruz. Absolut modern, viel Glas, Beton und Marmor und 24 Stunden geöffnet. Da kann es schon verlocken Santa Cruz als Studienort zu wählen.
Der Rückweg gestaltete sich zum Kreuzweg. Als ich um 16 Uhr meine Kabine enterte, konnte ich mich nur noch aufs Bett werfen. Beim Abendessen war dann wieder lockerer Austausch mit den Tischgenossen angesagt, aber gleich danach wieder ins Bett.

25. Januar Samstag in Funchal/Madeira
Einen Shuttle Bus gibt es nicht und so eine Mole ist dann mal locker ein bis zwei Kilometer lang. Ich hatte mein Laufvermögen wohl überschätzt, ließ mich dann nach halber Strecke die restlichen 500m bis zum Teleferico mit dem Tok Tok fahren, ein sehr sympathisches Gefährt auf drei Rädern, welches einen Mordskrach macht.
Dann gings mit der Doppelmayr Seilbahn in österreichischer Qualität nach Monte den Berg hinauf, um dort den Ausblick und die kleine Kirch zu genießen. Der Besuch des Botanischen Gartens hätte eine erneute Fahrt mit der Seilbahn erfordert, so dass ich darauf verzichtete. Es reichte kräftemäßig gerade noch zu einem kleinen Spaziergang durch die sehr hübsche Stadt, bis ich mich weit vor Ende der Ausgangszeit wieder in meiner Kabine einfand, ächzend und stöhnend, diesmal nicht nur wegen der Knie, sondern auch weil mich ein üble Erkältung mit Fieber und allem Drum und Dran erwischt hatte. So verpasste ich an diesem Tag sogar mein geliebtes Abendessen und blieb 17 Stunden ununterbrochen im Bett. Erst am nächsten Morgen konnte ich mich wieder dazu aufraffen, die Kabine zu verlassen.

26. Januar Seetag
Heute gibt es zum Glück keine lebensnotwendigen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, sondern ich kann es mir auf dem Schiff so ganz gemütlich machen. Meinen Hakan Nesser hab ich ausgelesen, hab mich ein wenig zu viel an den Essensständen herumgetrieben und hab natürlich auch den Lichtbildervortrag der resoluten Lektorin Sonja Weidhase angehört. Über Sonja Weidhase will ich noch etwas sagen. Sie ist vermutlich schon über 70, hat sich aber gut gehalten und vermittelt in ihren Vorträgen einen Kurzextrakt der europäischen Bildungsgeschichte, gewürzt mit kleinen Anekdötchen aus ihrer bunten Lebensgeschichte. Sie lässt immer wieder verlauten, dass sie als 16 jährige von daheim ausgerissen ist und nach Malaga kam, dort einige Zeit verbracht hat und auch 30 Jahre in Ägypten lebte. Zwar sind die Dinge, die sie erzählt, oft nicht wirklich neu, aber doch immer unterhaltsam, und vieles, was man so wusste, wird wieder aufgefrischt. Es ist für mich ein Genuss, der Dame zuzuhören. Ein solches Bildungsangebot hätte ich übrigens auch gar nicht auf dem Dampfer erwartet, wo die sonstigen Vergnügungen doch eher massentauglich sind. Interessant ist, dass die Vorträge von Frau Weidhase immer gut besucht sind.
Noch ein bisschen was zum Vergnügungsangebot auf dem Schiff. Es gibt eine Unzahl geschmackvoll eingerichteter Bars mit unterschiedlichem Ambiente, ein Casino, die Bibliothek, eine Sporting Bar, in der rund um die Uhr Sport Ereignisse angeschaut werden können, eine Cigars Lounge und daneben natürlich ein ganzes Sport Deck mit Schwimmbädern, Whirlpool und Sauna. Die Damen, denen die Schönheit am Herzen liegt, können diese pflegen und sich auch einem exklusiven Shopping Vergnügen hingeben. Wie man aus der Beschreibung sieht, nutze ich ganz viele Orte nicht und einen, die Sauna, die ich gern nutzen würde, ist wegen Erkältung für mich geschlossen.
Morgen sind wir in Malaga, und ich hoffe, dass ich dann wieder den Strapazen eines Landausfluges gewachsen bin.

27. Januar Malaga
Heute lief alles nach Plan. Ich fand den Shuttle Bus und gleich ein kleines Cafe mit WiFi. Leider war die Skype Verbindung wieder mal schlecht. Auch telefonisch kam ich nicht wirklich durch, so dass meine Liebste ohne meine aufmunternden Worte ihren Lebensalltag durchstehen muss. Vielleicht ist sie sogar ganz froh darüber.
Malaga ist einfach schön! Ich erinnerte mich an die kleinen Gassen, die ich vor 3 Jahren beim Sprachaufenthalt so gern durchstreift hatte, fand nette Cafes und auch eine Profumeria, in der die von mir gesuchten Chanel Düfte nochmals billiger waren als im Duty Free auf dem Schiff. Welch ein Triumph für meine Sparseele. Ganz froh bin ich immer, wenn ich dann wieder rechtzeitig beim Schiff angekommen bin.
Hab ich eigentlich erzählt, dass ich im frühen Jugendalter in Milazzo/Sizilien mal die Fähre nach Lipari verpasst habe? Wird ich nie vergessen, wie sich die Bordwand des Schiffes millimeterweise vom Kai entfernte, auf dem ich mit Koffern ziemlich belämmert zurück blieb.
Am Abend mit meinen Tischgenossen dann wieder reges Austauschen über die Erlebnisse in der Stadt. Dietmar und Anita hatten die Stadtrundfahrt gebucht und sich dabei kalte Nasen geholt.

28. Januar Seetag
Es ist ziemlich kalt geworden in Südeuropa. Während ich im Fernseher die Wetternachrichten aus Deutschland verfolge und von arktischen Temperaturen im Nordosten höre, sind wir auch nicht mehr im zweistelligen Plusbereich. So lässt sichs auf Deck nicht lange aushalten.
Ich habe neuerdings die Bibliothek als stillen Leseort für mich entdeckt, an dem ich nichts konsumieren muss. Allerdings kostet das Ausleihen eines Buches 15.-€!!!!!!
Über das dauernde Abzocken der Passagiere durch die Geschäftsführung hab ich mich am Anfang ja schon genug ausgelassen. Dennoch ärgert es mich immer wieder, wenn ich auf neuerliche Beweise für diese Abzockmentalität stosse.
Wir erhielten einen Fragebogen aufs Zimmer geliefert, in dem wir vertraulich per „Du“ aufgefordert wurden, die Leistungen der MSC Crew zu bewerten. Diese Fragebogen musste unter Angabe von Namen und Adresse abgegeben werden. Wir waren vorher darauf hingewiesen worden, dass das Service Personal mit seiner Entlassung zu rechnen habe, wenn es nur durchschnittlich oder „nur“ gut bewertet würde. Deshalb Pflicht für uns, die besten Noten zu vergeben. Ich habe mich dieser Selbstbeweihräucherung entzogen, indem ich den Bogen nicht abgegeben habe.
So ein Schiff bietet beste Gelegenheit zur Beobachtung der Mitmenschen. Beim Frühstück durfte ich zweimal erleben, wie sich Ex-DDRler im Ambiente der Kreuzfahrt zu sadistischen Herrenmenschen aufspielten. Mit offensichtlicher Wonne triezten Sie die Kellner und mokierten sich darüber, dass deren Kenntnisse der deutschen Sprache begrenzt waren. Sie selbst allerdings verfügten außer näselnden Sächsisch über keinerlei Fremdsprachkenntnisse.
Ich hatte wohl schon erwähnt, dass ich in einigen kleinen Begegnungen auch nette Reisegäste kennengelernt habe. An dieser Stelle auch mein Dank an meine abendliche Tischrunde, deren nette Unterhaltung mir den Abend versüßte. Mein Namensvetter Dietmar hatte mich zweimal zu einem Extra-Bierchen eingeladen. Dabei haben wir nett geplaudert.

29. Januar Rom
Mit Dietmar und Anita hatte ich geplant, den letzten Ausflug nach Rom gemeinsam zu gestalten. Leider sind sie am Ende doch abgesprungen, um sich in die vermeintliche Sicherheit des MSC Angebots zu stürzen. Dafür mussten sie mit 49.-€ für den Transfer nach Rom pro Person einen stolzen Preis entrichten.
Ich hatte es mit meiner Individualtour dagegen wieder gut getroffen. Für 12.-€ konnte ich von Civitavecchia nach Rom hin und zurück fahren und hatte außerdem den ganzen Tag freie Fahrt mit allen Verkehrsmitteln Roms. Santa Maria Maggiore, das Pantheon und den Trevi Brunnen hab ich bewandert, den Quirinals Palast und andere Paläste und Plätze beim Vorbeifahren im Bus bewundert und auch mein WiFi Cafe und Restaurant gefunden. Was will ich mehr von einem kurzen Nachmittag in Rom.
Leider war das Wetter am Ende ziemlich mies, regnerisch und kalt. Wie schön, dass auf dem Schiff die warme Sauna auf mich wartete. Am Abend dann Koffer packen und Abschied nehmen. Und am nächsten Tag

30. Januar Transfer zurück
Bei wildem Schneetreiben und also chaotischen Strassenverhältnissen ging es über den Appenin und durch die Poebene zum Gotthard nach Weil. Die ganze Zeit nahm ich den Knopf nicht aus dem Ohr, war ich allmählich doch etwas in das Hörspiel „IQ84“ von Haruki Murakami hinein gewachsen. 42 Stunden Hörvergnügen!! Ich weiß nicht, ob das wirklich so gut ist, so lang eine Stimme im Ohr zu haben. Ansonsten finde ich das Buch im Vergleich zu anderen von Murakami langatmig und weitschweifig. Die Spannung hält sich in Grenzen. Ich habe schon Besseres von ihm gelesen, aber nach jetzt fast der Hälfte will man doch nicht aufgeben, oder? Zumal Namensvetter Dietmar 18 Stunden Beltrucchi scheinbar mühelos geschafft hat.
Resümee meiner Kreuzfahrt: Ich hätte es noch mehr genießen können, wenn ich mich mehr auf andere Menschen eingelassen hätte. Der Schock am Anfang durch die hohen Preise und die Erkrankung auf der Reise haben mich ein bisschen in die selbstgewählte Isolation getrieben. Sicher, die Massenvergnügungen waren nicht so mein Geschmack. Ich war enttäuscht von den Shows, denen ich dann ferngeblieben bin. Aber es gab doch eine Reihe von Annehmlichkeiten an Bord, die sich der in die Jahre gekommene Traveller gern gefallen lässt. Es müssen nicht unbedingt 42 Kreuzfahrten werden, so wie bei zwei Mitreisenden im Bus, aber ich kann mir durchaus vorstellen, noch einmal ein Reiseschiff zu entern. Und damit Tschüüüss!

Die Fahrt mit dem Kreuz - Das Kreuz mit der Fahrt

24. Januar 2014

Nun wisst ihr ja schon, dass es so einige Probleme gab am Anfang meiner Unternehmung. Inzwischen haben sich die inneren Wogen geglättet, während die Meeresoberfläche ziemlich große Wellen produziert. Ich bin mittlerweile in Santa Cruz de Teneriffe, sitze in einem kleinen lauten Cafe, welches bevorzugt von Einheimischen aufgesucht wird und werde nun versuchen, meine Aufzeichnungen über die letzten Tage, die ich brav auf dem Schiff in Word geschrieben habe, per Copy and Paste in diesen Blog einzufügen. Schaun wir mal, obs funktioniert:
Reisetagebuch
18. Januar Statt um 15 Uhr wurde ich dann erst um 16.15 Uhr vom Rastplatz Pratteln abgeholt. Der lustige Busfahrer Roberto lachte über die eigenen Scherze und hat seine Freundin mitgebracht. Bei Buechs kurz hinter Luzern geht’s dann in den Postillion, ein ziemliches Massenquartier direkt an der Autobahn. Immerhin, ich hab mein eigenes Zimmer und das Frühstück ist inbegriffen.
Am Abend geh ich dann gleich mal ins Dorf und finde schließlich Platz in der Manhattan Pizzeria. Dort verzehr ich eine Pizza degli Alpi mit Steinpilzen – köstlich. Die anderen haben sich alle nicht aus dem Hotel getraut und dort zu überteuerten Preisen Fastfood gegessen.
19. Januar Um halb acht geht’s los. Iin der Raststätte gibt’s guten Espresso, und als wir um 12.30 Uhr am Schiff eintreffen, hab ich mich zwar mit einer Frankfurter Sonntagszeitung ausgerüstet, aber meine blaue Pudelmütze verloren.
Welch Freude, als mir dann am Nachmittag die Pudelmütze von unserer Reiseleiterin Sharon überreicht wird. Apropos Sharon: Noch nie hatte ich ein so sicheres Gefühl, dass ein Mann in den Frauenkleidern steckt, die mir gegenüberstehen.
An Bord kommt mein Koffer nicht aufs Zimmer. Ich muss zweimal zur Rezeption gehen, bis mir um 22 Uhr der Koffer überreicht wird mit der vorwurfsvollen Bemerkung, er sei nicht zustellbar gewesen, weil ohne Kofferanhänger. Dabei hatte ich ihn vorher höchstselbst festgetuckert.
Ich irre auf dem Schiff herum, finde auf Anhieb alles Essen ausgezeichnet, hab aber Mühe mit der Orientierung. Das Schiff ist riesig und das Bordpublikum international. Das gefällt mir natürlich sehr. Auch ist es keineswegs ein Seniorenschiff, sondern bunt durchgemischt. Einige Kinder sind mit ihren Eltern an Bord, aber nicht so viele, dass sie das Reisevergnügen stören würden. Ich komme schnell mit diversen Leuten ins Gespräch, aber es ist doch alles sehr oberflächlich, nichts Tiefergehendes.
Ich bin froh, an einem ganz jungen Tisch zu sitzen, zwar mit lauter Deutschen, aber doch mit netten Menschen. Ein mittelalterliches Paar aus Ahrweiler, ein studiertes junges Paar aus Stuttgart und drei einfach gestrickte Niederbayern bevölkern die Tafelrunde.
20. Januar Am nächsten Morgen verpasse ich gleich m al das Frühstuck im Cerchio d oro, weil ich so gut geschlafen habe. Die Kabine hat zwar kein Fenster aber eine angenehme Klimaanlage und ist riesengroß. Es wäre auch noch Platz für ein drittes Bett, aber ich brauche ja nur zwei, wenn ich mich gemütlich über zwei breite und gute Matratzen verteile.
Am Morgen lass ich mir mal die Sauna zeigen und entscheide mich zähneknirschend dafür, das Komplettpaket für 115€ zu kaufen. Gleich leg ich mich mal probeweise rein und find es herrlich, vor allem, weil es so ruhig ist. „Das sei morgen anders, weil Seetag ist“, so informiert mich meine reizende kleine Masseurin Suzie aus Bali. Deshalb beschließe ich, so wie andere Leute ihre Strandliegen schon früh am Morgen belegen, das mit dem Schrank in der Sauna so zu handhaben.
Am Nachmittag geht’s dann raus nach Barcelona. Ich will das Edificio Agbar besuchen, jenes futuristische Gebäude, welches den Wasserwerken von Barcelona gehört. Ich fahre mit der alten Metrocard hin, sehe vorher noch das olympische Hafengelände und bin dann ganz enttäuscht, als ich das Gebäude der Wasserwerke Barcelona, Agua Barcelona, nicht besichtigen kann. Dafür sieht es von außen mit Rot, Blau und Grüntönen umso schöner aus.
Ganz zufrieden finde ich um 15 Uhr auch noch ein WiFi Cafe am Placa Real und kann kurz am Blog meine Mühe mit der Kreuzfahrt loswerden.
Am Abend geht’s dann wieder in die Sauna, und am nächsten Tag , am
21. Januar hab ich morgens schon wieder den Saunaschrank reserviert. An diesem Tag geh ich auch mal im Freien in den eiskalten Pool und in den warmen Whirlpool. Ansonsten sehe ich mir die Galashow vom Kapitän an, genieße das Kapitänsdinner, am Nachmittag sehe ich Lichtbilder über Marokko und rauche spät am Abend noch eine Romeo&Juliet im Cigar Salon. Danach geht’s noch auf zwei kleine Bier mit Dietmar 2 in die Bar. Dietmar2 ist sehr nett und mein Tischgenosse.
22. Januar Am nächsten Morgen in Casablanca ist der Himmel grau, und es regnet in Strömen. Entgegen dem ersten Impuls, auf dem Schiff zu bleiben, mache ich mich zu Fuß auf den 6km langen Weg zur Moschee Hassan II. Völlig durchnässt komme ich dort an und habe Glück um 10 Uhr an einer Führung in Deutsch teilnehmen zu können und dabei ein sehr nettes deutsches Paar, Günter und Sabine kennen zu lernen.
Die Moschee ist die drittgrößte der Welt mit einem 200m hohen Minarett (das höchste der Welt). Sie bietet im Innenraum Platz für 25000 Gläubige und außerhalb noch einmal für 70000 Personen. Das Dach kann man bei gutem Wetter öffnen. Technisch alles sehr beeindruckend, beeindruckend auch die Tatsache, dass diese Moschee am Ramadan von 100000 Muslimen aufgesucht wird. Eine solche religiöse Begeisterung findet man wohl in keiner anderen Religion. Fast macht es mir schon ein bisschen Angst.
Die Moschee ist ein Geschenk des marokkanischen Königs an sein Volk. Es wurde von 10000 Künstlern von 1987 bis 1993 errichtet und finanziert ganz wesentlich auch durch freiwillig-unfreiwillige Spenden des marokkanischen Volkes.
Am Ende der Führung tat ich mich mit Sabine und Günter zusammen. Wir suchten zuerst mal eine Bank auf, um Dirham zu wechseln. Damit konnten wir dann ganz billig mit dem Taxi ins Zentrum fahren. Begeistert strolchten wir durch die Innenstadt, die zwar nicht besonders malerisch ist, aber dafür frei von Touristen war. Wir gingen in ein hübsches Teehaus (ohne WiFi) und dann zur Touristeninformation. Dort buchten wir für 50€ eine dreistündige Stadtrundfahrt und ließen uns vorher noch ein Restaurant zeigen, in dem ich marokkanisch Tajihe speisen konnte.
Schließlich fanden wir auch noch ein Cafe mit WiFi, so dass mindestens mal das nötigste erledigt werden konnte. Ans Blogschreiben muss ich mich dann wohl erst in Teneriffa machen.
Die Stadtrundfahrt im strömenden Regen mit einem witzigen Methusalem Tourguide im Oldtimer-Mercedes führte uns schließlich auch in ein Teppich-Geschäft. Man wird es kaum glauben, aber ich habe einen Teppich gekauft. Es war reine Magie. Ich betrat den Laden mit der laut verkündeten Willensäußerung „I don`t want rugs“ und verließ ihn wieder nach 20 Minuten mit einem dicken Paket unter dem Arm. Nun ja, ich könnte geltend machen, dass ich den Teppich immerhin von 1350€ auf 500€ runtergehandelt habe. Doch, ja, ich glaube, ich habe ein gutes Geschäft gemacht!!!!
Am Abend dann erzählte ich diese Geschichte am Essenstisch, worauf ich lautes Gelächter erzeugte. Ich erhielt einige Anregungen, wie der Teppich über den Zoll geschmuggelt werden könnte. Versprochen hab ich, ihn morgen in der jetzigen Verpackung mitzubringen. Er ist nämlich als kleines Reisepaket zusammengeschnürt und sieht überhaupt nicht aus wie ein Teppich, eher wie ein Koffer.
Wir sind überhaupt ein lustiger Tisch. Ein weiterer Dietmar mit Frau und ein junges Paar auf Hochzeitsreise, wie sie uns gestern – anlässlich des weißen Abends – eröffneten. Da haben sie nämlich einfach die Hochzeitskleider aus dem Koffer geholt. Da konnte ich natürlich nicht mithalten und erschien so wie immer in blauen Jeans und schwarzem T-Shirt, meiner Alltagskluft.
23. Januar Ich habe überhaupt ein paar nette Leutehier kennengelernt. Nette Reisebekanntschaften, vielleicht etwas flüchtig, aber doch angenehm für einen Alleinreisenden. Neben meiner Tischgesellschaft gibt’s noch dieses nette Paar, mit dem ich gestern in Casablanca unterwegs war, aber z.B. auch ein Ex-DDR-Paar, welches heute in Schweden lebt, und mit dem ich über mein Hakan Nesser Buch beim Mittagstisch ins Gespräch kam. Sie liest gern Krimis, er bevorzugt Biographien, z. B. „Mann ohne Gesicht“ über Wladimir Putin. Muss ich vielleicht auch noch lesen.
Heute war wieder so ein fauler Seetag. Ich hänge dann morgens schon in der Sauna herum und wechsle ansonsten zwischen Essen und Liegen hin und her. Immerhin bin ich meinem Krimi dabei so zu Leibe gerückt, dass ich ihm wahrscheinlich morgen den Garaus bereiten werde. Ein bisschen Spanisch praktiziere ich auch, mit meinem Lernprogramm und bei jeder Gelegenheit an Land, die sich ergibt. Außerdem ist da noch mein Hörbuch „IQ84“ von Haruki Murakami. 32 Stunden Hörgenuss!! Ob ich das wohl jemals schaffe? Bis jetzt hab ich nur 4 Stunden gehört. Es ist ein wirklich spannenden und gutes Buch, aber 32 Stunden die gleiche Stimme im Ohr ……
Morgen geht’s endlich wieder an Land - Santa Cruz de Teneriffe. Darauf freue ich mich. Bei der Gelegenheit hoffe ich, den Text, den ich jetzt mit Word auf dem PC geschrieben habeper Copy and Paste auf den Blog bringen zu können. Wenn ihr also morgen diesen Text lesen könnt, dann hab ich es geschafft. Warten wir es mal ab…..

Hurra, es hat funktioniert!!!
Ich habe euch also jetzt genug Stoff geliefert, damit ihr wieder eine Zeitlang etwas zu lesen habt. Ich melde mich demnächst wieder, wahrscheinlich schon heute abend, wenn ich Santa Cruz unsicher gemacht habe.
Ciao

Kreuzfahrt

20. Januar 2014

Nun bin ich wieder unterwegs, mit dem KreuzfahrtscStockwerkenhiff, der MSV Fantasia. Ein Riesenkasten mit 18 Stockwerken und 3300 Passagieren. Leider handelt es sich bei dem Unternehmen MSC um eine Art moderner Piraterie. Das funktioniert so: Der harmlose Schnäppchen Tourist wird mit Lockangeboten auf's Schiff gelockt und dann wie eine Geldkuh gemolken. Ich hasse solche Toristenfallen, in denen selbiger nur dazu dient, ihm möglichst viel Geld aus der Tasche zu locken.
Beispiel: Der moderne Internetnutzer soll für eine Stunde Internetnutzung 20€ zahlen. Da verflogen meine Träume schnell. Kein Internet an Bord und auch kein Telefon. Ich will gar nicht wissen, was es kostet, wenn ich das Zimmertelefon benutze.
Die Sauna ist nicht inbegriffen, sondern kostet 30€ pro Tag. Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich, was macht euer reiseblogger Dietmar den ganzen Tag? In der Sauna ist er nicht, im Internet auch nicht. Bleibt natürlich das Essen im Restaurant. Das ist wirklich köstlich, wenn nur die Getränke nicht wären. Die Kosten nämlich extra. Das Bier kostet 6€.
Die Kulturveranstaltungen sind auch billige Touristenshows, die sich nicht lohnen. Ich bin noch auf der Suche nach einem gemütlichen Liegestuhl, auf dem ich dann den ganzen Tag gemütlich herumlümmeln kann.
Heute in Barcelona hab ich mich erfolgreich von den Touristen strömen abgekoppelt, sitze in der Altstadt in einem gemütlichen cafe mit wifi und schreibe den Blog. Morgen ist Seetag. Ihr hört frühestens am Freitag wieder von mir.
Hasta luego
Dietmar

Die Maximierung von Spaß

04. November 2013

Kurz bevor ich nun die spanischen Segel streiche, will ich mich noch zu einigen Restthemen äußern, die sozusagen “übriggeblieben“ sind.
Ich hatte schon erwähnt, wie voll die nächtlichen Strassen in Valencias Vergnügungsviertel Carmen an Halloween waren. Natürlich fühlte ich mich fremd unter diesen Massen von Jovenes, die, so schien es mir, gleichwohl krampfhaft nach der Maximierung ihres Vergnügens suchten. Wie traurig schien mir das, wenn die Hauptaufgabe des Lebens darin besteht, immer mehr und besseren Spass zu suchen. Ich beneidete die Jugendlichen nicht um die so anstrengende Aufgabe. Sie taten mir eher leid, konnte ich doch nachfühlen, wie anstrengend es sein muss, immer dem Vergnügen hinterher zu laufen.
Kam ich auch deshalb auf diese Gedanken, weil ich mich seit der Freisetzung von der Arbeit auch mit dieser Aufgabe auseinandersetze?
Ich bin jedenfalls für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass allein das Suchen von Vergnügen nicht glücklich macht. Andererseits bin ich weit davon entfernt mich mit neuen Aufgaben zu belasten, die mir die gewonnene Freiheit wieder nehmen würden. Eher suche ich nach einem Tun, das im Moment seiner Ausübung sinnvoll erscheint - und vielleicht auch noch später als solches durchgehen kann.
Hier in Valencia bin ich in 4 Wochen sechsmal ins Kino gegangen. Ist das sinnvoll? Zumindest haben mir die Filme gefallen ( Achtung: Spassmaximierung) und ich konnte mir auch noch sagen, dass dies für den Erwerb spanischer Sprachkenntnisse durchaus sinnvoll ist.
Was mir früher das Buch war, ist mir heute der Film. Wobei ich nicht genau angeben kann, welcher Film mich warum fasziniert. Tatsache ist jedoch, dass ich ein vergleichbares Erlebnis vor dem Fernseher kaum habe. Vielleicht gehört auch die Dunkelheit des Zuschauerraums dazu, und das “aus dem Haus gehen“.
Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn meine Augen noch schlechter würden, und ich keine Filme mehr sehen und keine Bücher mehr lesen kann. Was wäre dann noch lebenswert?
Ich hatte schon mal die Idee, eine Art Tagebuch auf Spanisch zu führen. Vielleicht gar diesen Blog auf Spanisch zu schreiben. Das würde meine Fähigkeit zum Ausdruck im Spanischen sicher verbessern. Es würde mir allerdings auch ein anderes Lesepublikum einbringen. Und das will ich eigentlich auch nicht. Ich hoffe nämlich immer noch, dass gelegentlich jemand aus dem Freundeskreis oder der Familie meinen Ausführungen folgt. Beim Schreiben allerdings weiß ich nicht, ob das jemals einer lesen wird. Ich schreib sozusagen in die Leere des virtuellen Raums hinein. Immerhin kürzlich meldete sich ein mir unbekannter Leser zum Thema Mückenplage in Mailand. Er möchte auf sein Mückenschutzmittel aufmerksam machen. Ich habe den Kommentar genehmigt.
Mit der spanischen Sprache kämpfe ich immer noch. Aber der Kampf ist nicht mehr ganz so heftig wie in Chile, als ich der Meinung war, dass auch das Hineinprügeln von Sprache keinen Erfolg mehr bringt. Inzwischen lasse ich die Dinge geschehen und lebe mit den Mängeln. Bin ich etwas weiser geworden? Vielleicht ....

Sprachferien und Familie

03. November 2013

Immer noch bin ich in Valencia, aber die Uhr läuft ab. Noch 5 Tage und zurück geht's ins kalte Mitteleuropa.
Hier in Valencia steht das Thermometer immer noch auf Spätsommer. Gestern hatte es 27 Grad, und ich war nicht der einzige, der den Strand bevölkerte und dem Wasser einen Besuch abstattete. Im Fernsehen sah ich dann am Abend, dass es auch andernorts in Spanien beachlife gegeben hatte. Viele Leute haben das verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub am Strand genutzt. Der 1. November ist auch in Spanien ein Feiertag und wird - ähnlich wie bei uns - zur Freizeitverlängerung genutzt. Immerhin war ich mit Adriana, einer Freundin meiner Gastmutter Alicia, auf einem kleinen Dorffriedhof bei Albufuera, wo wir einem Gottesdienst beiwohnten. Alle Gräber waren auf's Schönste mit Blumen dekoriert.
In Albufuera gab's nochmal Paella, Seeromantik und pasear por la playa. Für mich ist so ein See ja nicht's ungewöhnliches, aber dieser hat's wirklich in sich. Er ist mit drei Kanälen mit dem Meer verbunden, die bei Bedarf geschlossen werden können. Das Wasser ist folglich süß-salzig gemischt und bringt besondere Tier- und Pflanzenarten hervor. Unter anderem gibt es jede Menge aale, die als Spezialität anguila auf den Tisch kommt. Ich hab auch probiert, finde aber, dass Aal geräuchert besser schmeckt.
Am Donnerstag feierten die jungen Spanier Halloween. Den älteren konnte man deutlich eine gewisse Reserviertheit anmerken gegenüber diesem aus den USA eingewanderten Neufest. Die Jungen liessen sich dadurch in ihrer Begeisterung nicht stören. Sie füllten in solchen Massen nachts um eins die Strassen der Altstadt in Valencia und trieben es so bunt, dass die Polizei sich gezwungen sah, Teile der Altstadt für den Fußgänger Verkehr zu sperren. Bei unserem Haus trieben sie es bunt insofern, als sie die Klingelanlage des 14stöckigen Hochhauses herausrissen und den Besucherverkehr im Haus damit lahmlegten. Eine böse Überraschung für die Anwohner. Nachdem ich eine Zeitlang im dichten Fussgängerverkehr vom Barrio Carmen mitgeschwommen war, und zwei Jazzkneipen besucht hatte, ging ich nach Hause und legte mich mit Oropax ins Bett.
Gestern war dann Museumstag. Ich besuchte das Museum der Fallas und das Stierkampfmuseum. Die Fallas sind das größte Fest hier in Valencia. Vom 15. bis 19. März, dem Josefstag, werden auf den zentralen Plätzen der Stadt große Standbilder aus Pappmachee aufgestellt, die dann am 19. unter großem Getöse verbrannt werden. Das Spektakel legt die Stadt für einen halben Monat lahm. Die wichtigsten Strassenkreuzungen sind gesperrt. Die Barrios wetteifern darum, wer die schönste Muneca hergestellt hat. Die schönste wird auch dekoriert und dann im Museum ausgestellt. Eine hübsche Frau wird zur Mejora Falladera gewählt, so eine Art Fasnachtsprinzessin, die aficionados haben sich in Cliquen organisiert und alles läuft unter ohrenbetäubendem Lärm ab.
Meine Senora will mich immer werben, aber mir graut eigentlich vor dem Fest und seinen Excessen. Außerdem würde ich bei dem Lärm noch weniger verstehen als sonst schon.
Auch wenn ich wenig verstehe, hab ich mich doch fünfmal ins Kino gesetzt, bei dem die Filme original mit Untertiteln gezeigt werden. So hab ich gesehen: El Medico Aleman, Gravity, La mirada del amor, Footnote und El viaje de Bettie. Bis auf Footnote kann ich alle empfehlen. Jetzt hab ich mit dem Thema angefangen und denke, ich müsste was über die Filme sagen. Aber das wird ja endlos! Deshalb mache ich jetzt einfach Schluss und ihr schaut euch die Filme im Kino an.

Schule, Fahrrad und Sprachferien

25. Oktober 2013

Nun hab ich schon die Hälfte meiner Zeit in Valencia hinter mir. Deshalb will ich euch wieder ein bisschen informieren, was so los ist in Valencia.
Die Sonne scheint quasi ununterbrochen. Heute war es um 17 Uhr noch 27 Grad warm. Als ich in der Schule darüber erzählte, dass ich heute noch schwimmen gehen will, wurde kommentiert: Aber das ist doch viel zu kalt!!
Woran man sieht, dass die Valencianer einiges an Temperatur gewöhnt sind. Im Sommer wird's hier 40 Grad warm bei hoher Luftfeuchtigkeit. Dagegen sind die Temperaturen im Oktober gut auszuhalten. Für mich ist's immer noch warm genug zum Schwimmen. Und für einige andere auch! Wobei der Verdacht natürlich nahe liegt, dass es sich bei den Herbstschwimmern hauptsächlich um Deutsche handelt.
Deutsche gibt's hier wirklich genug. Und gestern war die Stadt voll mit Deutschschweizern. St. Gallen spielte nämlich in der Europa Liga gegen Valencia - und verlor 5:1. Hat mich natürlich ein bisschen traurig gemacht. Ein 2:1 hätte ja auch genügt. Morgen gibt's den Classico: Madrid gegen Barcelona. Den werd ich mir in der Kneipe anschauen.
In dieser Woche war ich viermal im Kino. Wegen www.fiestadelcine.com kostete der Eintritt nur 2.90 €. Das musste ich natürlich ausnutzen. Also hab ich gesehen: El Medico Aleman, Gravity, Footnote und Un Mirado de Amor. Eigentlich eine schöne Beschäftigung für einen Solisten in Valencia.
In der Schule hab ich eine Prüfung erfolgreich hinter mich gebracht und befinde mich nun offiziell auf B1 Niveau. Angesichts des Aufwands wahrlich kein berauschendes Ergebnis. Ich bin trotzdem ein wenig stolz. Mein chinesischer Mitstudent in der Klasse hat diesen Fortschritt innerhalb von 8 Wochen erzielt. Aber man soll sich ja im Lernvermögen nicht mit Asiaten vergleichen. Er ist auch ein bisschen jünger als ich.
Apropos jünger: Wenn ich etwas an dieser Schule auszusetzen habe, dann ist es der Umstand, dass nur sehr wenige ältere Studenten hier sind. So befinde ich mich unter lauter Anfangs-Zwanzigern. Und da kommt mir natürlicherweise die Rolle des Opas zu.
Das Valenbisi ist übrigens auch nicht die reine Freude. Am Mittwoch Abend musste ich zu Fuß gehen, weil alle valenbisis belegt waren oder wegen einer technischen Störung nicht ausgeliehen werden konnten. Außerdem tats der Fahrstuhl nicht, was meinen Knien gar nicht gefallen hat.
Tommy Haas ist beim Tennis Grand Prix in Valencia ausgeschieden. Ein Glück, dass ich nicht hingegangen bin. Die Spanier sind übrigens die Feierkönige von Europa. So viele Bars und Kneipen wie in Spanien gibt's sonst nirgendwo auf der Welt. Dann wissen die sin paras wenigstens, wo sie sich aufhalten können.
Bei meiner Senora gefällt's mir trotz einiger Absonderlichkeiten weiterhin gut. Ich kann das nur empfehlen: Sprachaufenthalt mit Unterbringung in der Familie.
Morgen gehts zum Ausflug nach Castellano. Demnächst mehr auf diesem Blog.